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Glossar
Von A wie Acetylcholin bis Z wie Zonulafasern - im Glossar finden sich wichtige Begriffe rund um das Gehirn. Mit einer kurzen Erklärung und der Möglichkeit, sich alle Inhalte anzeigen zu lassen, die mit dem ausgewählten Begriff zu tun haben - von Texten, über Glossareinträge, Forschungsgruppen bis hin zu Videos und Animationen aus der Mediathek.
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Acetylcholin Acetylcholin/-/acetylcholine

Acetylcholin ist einer der wichtigsten Neurotransmitter, also der Botenstoffe im Gehirn. Es ist unter anderem verantwortlich für die Muskelkontraktion, da es die Übertragung zwischen Nerv und Muskel an den sogenannten neuromuskulären Endplatten vermittelt. Es war der erste der chemischen Botenstoffe, der entdeckt wurde – 1921, am Herzen eines Frosches durch Otto Loewi.

Acetylsalicylsäure Acetylsalicylsäure/-/acetylsalicylic acid

Ein Medikament gegen Schmerz, Fieber und Entzündung – bekannter unter dem Namen Aspirin.

Adaptation Adaptation/-/adaptation

Zweistufiger Prozess der Anpassung des Auges an die Helligkeit der Umgebung. Im ersten Schritt verändert sich durch den Pupillenreflex die Größe der Pupille, wodurch die Menge des einfallenden Lichts reguliert wird. Im zweiten Schritt ändert sich die Empfindlichkeit der Fotorezeptoren. Dieser Prozess kann bis zu 40 Minuten dauern.

Adenohypophyse Adenohypophyse/-/anterior pituitary

Die Adenohypophse ist eine Drüse und wird auch als "Hypophysenvorderlappen" bezeichnet. Die Adenohypophyse gibt ihre Hormone direkt in das Blut ab, sie ist also endokrin. Zusammen mit der Neurohypophyse, die ein Hirnabschnitt ist bildet sie die Hypophyse. Die beiden Systeme sind über eine Kontaktfläche eng miteinander verknüpft.

Adrenalin Adrenalin/-/adrenaline

Gehört neben Dopamin und Noradrenalin zu den Catecholaminen. Adrenalin ist das klassische Stresshormon. Es wird im Nebennierenmark produziert und bewirkt eine Steigerung der Herzfrequenz sowie der Stärke des Herzschlags und bereitet so den Körper auf erhöhte Belastung vor. Im Gehirn wirkt Adrenalin auch als Neurotransmitter (Botenstoff), hier bindet es an sogenannte Adenorezeptoren.

Afferenz Afferenz/-/afferent nerve fiber

Als Afferenz werden zuführende Nervenfasern bezeichnet. Afferente Nervenfasern übermitteln sensorische Information aus der Peripherie – zum Beispiel Reize der Haut – zum zentralen Nervensystem. Das Gegenteil ist Efferenz.

Agnosie Agnosie/-/agnosia

Agnosie leitet sich ab vom lateinischen: "Nicht wissen". Es handelt sich um eine Störung des Erkennens, ohne Defizite in der sensorischen Aufnahme. Die Agnosie ist meist sehr spezifisch, wie z.B. die Prospagnosie, die Unfähigkeit eine Person an ihrem Gesicht zu erkennen.

Agonist Agonist/-/agonist

Aufgrund des Schlüssel-Schloss-Prinzips können Transmitter (Botenstoffe) jeweils nur an bestimmte Rezeptoren binden. Ein Agonist ist diesem Transmitter jedoch chemisch so ähnlich, dass er ebenfalls an diesen Rezeptor binden kann und so eine identische Antwort auslöst.

Akkommodation Akkommodation/-/accommodation

Veränderung der Dicke der Linse des Auges durch die Zilliarmuskeln. Durch diesen Anpassungsprozess erhöht sich die Brechkraft der Linse, wodurch Objekte in unterschiedlichen Entfernungen scharf gesehen werden können.

Aktionspotenzial Aktionspotenzial/-/action potential

In erregbaren Zellen (z. B. Neuronen oder Muskelzellen) findet man sehr schnelle Änderungen des elektrischen Potenzials über der Zellmembran. Dieses Ereignis ist die Grundlage für die Informationsleitung entlang des Axons der Nervenzelle. Das Aktionspotenzial setzt sich entlang der Zellmembran fort und entsteht nach dem Alles-oder-Nichts-Prinzip nur dann, wenn die Zelle ausreichend stark erregt wurde.

Alles-oder-Nichts-Prinzip Alles-oder-Nichts-Prinzip/-/all-or-nothing-reaction

Nach diesem Prinzip wird ein elektrisches Potential in der Zelle nur ausgelöst, wenn ein bestimmter Schwellwert an Reizintensität überschritten wurde. Die Antwort findet entweder ganz statt oder gar nicht.

Allocortex Allocortex/-/allocortex

Eine stammesgeschichtlich alte Region des Cortex (Großhirnrinde), die im Gegensatz zum Isocortex nicht sechs, sondern weniger Zellschichten aufweist – im Hippocampus zum Beispiel nur drei. Der Allocortex wird unterteilt in Paleo- und Archicortex.

Alpha-Hirnwellen Alpha-Hirnwellen/-/alpha waves

Entsprechend ihrer Frequenz unterscheiden Neurowissenschaftler unterschiedliche Arten von Hirnwellen. Alphawellen schwingen im mittleren Frequenzbereich zwischen ca. 8 und 12 Hertz. Sie treten z. B. im entspannten Wachzustand auf, etwa wenn Probanden müde sind oder die Augen geschlossen haben und tagträumen. Im Gehirn entstehen sie vor allem im Parietallappen.

Amakrinzellen Amakrinzelle/-/amacrine cell

Die Amakrinzellen sind Interneuroner der Netzhaut. Sie liegen zwischen Fotorezeptoren und Bipolarzellen einerseits und den Ganglienzellen andererseits. Der Name wurde von Ramón y Cajal geprägt und bedeutet "ohne Axon".

Amboss Amboss/Incus/anvil

Das mittlere der drei Gehörknöchelchen des Mittelohres überträgt die Vibration vom Hammer zum Steigbügel.

Amnesie Amnesie/-/amnesia

Eine Form der Gedächtnisstörung, die das Gedächtnis für Fakten und Ereignisse betrifft. Das unbewusste Gedächtnis für zum Beispiel senso-motorische Fertigkeiten wie Auto- oder Fahrradfahren bleibt erhalten.

Ampakine Ampakine/-/ampakine

Eine Gruppe von Wirkstoffen, die die Aufmerksamkeitsspanne vergrößern, das Gedächtnis verbessern und das Lernen erleichtern – neudeutsch als "Neuroenhancer" bezeichnet. Ihre vermutete Wirkung beruht auf einer leichteren Übertragung an Synapsen, die Glutamat benutzen.

Amygdala Amygdala/Corpus amygdaloideum/amygdala

Ein wichtiges Kerngebiet im Temporallappen, welches mit Emotionen in Verbindung gebracht wird: es bewertet den emotionalen Gehalt einer Situation und reagiert besonders auf Bedrohung. Die Amygdala – zu Deutsch Mandelkern – wird zum limbischen System gezählt.

Anosognosie Anosognosie/-/anosognosia

Wörtlich bedeutet der Begriff aus dem Griechischen das „Nicht-Erkennen“ der eigenen neurologischen Krankheit – beispielsweise einer Halbseitenlähmung oder Taubheit. Die Patienten konfabulieren (erfinden) stattdessen Gründe für die Störung oder leugnen die Krankheit völlig. Die Anosognosie kommt meist nach rechtsseitigen Schädigungen primär im somatosensorischen Cortex vor und bildet sich meist nach wenigen Monaten zurück.

Antagonist Antagonist/-/antagonist

Aufgrund des Schlüssel-Schloss-Prinzips können Transmitter (Botenstoffe) jeweils nur an bestimmte Rezeptoren binden. Ein Antagonist kann diesem Transmitter so ähnlich sein, dass er an diesen Rezeptor binden kann. Er verhindert so, dass der eigentliche Transmitter den Rezeptor aktivieren und so wirksam werden kann. Weiterhin gibt es Antagonisten, die nicht direkt am Rezeptor binden, jedoch das „Schloss“, also den Rezeptor so verändern, dass der Schlüssel nicht mehr passt.

Anteriorer cingulärer Cortex Anteriorer cingulärer Cortex/Cortex cingularis anterior/anterior cingulate cortex

Der vordere Bereich des cingulären Cortex (Gyrus cinguli oder cingulärer Gyrus) spielt nicht nur bei autonomen Funktionen wie Blutdruck und Herzschlag eine Rolle, sondern auch bei rationalen Vorgängen wie der Entscheidungsfindung. Zudem ist dieser Hirnbereich in emotionale Prozesse involviert, beispielweise in die Kontrolle von Impulsen. Anatomisch zeichnet sich der anteriore cinguläre Cortex (ACC) dadurch aus, dass er eine große Zahl von Spindelneuronen besitzt. Diese speziellen Nervenzellen haben eine lange, spindelförmige Struktur und wurden bisher nur bei Primaten, einigen Wal- und Delfinarten sowie bei Elefanten gefunden. Spindelneurone tragen zu der Fähigkeit dieser Arten bei, komplexe Probleme zu lösen.

Anterograde Amnesie Anterograde Amnesie/-/anterograde amnesia

Eine Form der Gedächtnisstörung, bei der die Bildung eines Neugedächtnisses – also der Speicherung neuer Informationen – ab dem Zeitpunkt der Schädigung nicht mehr möglich ist. Erinnerungen aus der Zeit davor können nach wie vor abgerufen werden. Betroffene vergessen meist auch ihre Vergesslichkeit.

Apraxie Apraxie/-/apraxia

Schwierigkeit, eine zielgerichtete Bewegung auszuführen, wie das Greifen eines Glases oder das Schneiden mit der Schere. Betroffen sind auch die Sprache oder die Mimik. Ursache ist nicht Muskelschwäche oder Lähmung, sondern die Schädigung eines oder mehrerer Hirnareale z.B als Folge eines Schlaganfalls.

Arbeitsgedächtnis Arbeitsgedächtnis/-/working memory

Eine Form des Kurzzeitgedächtnisses. Es beinhaltet gerade aufgenommene Informationen und die Gedanken darüber, also Gedächtnisinhalte aus dem Langzeitgedächtnis, die mit den neuen Informationen in Verbindung gebracht werden. Das Konzept beinhaltet nach Alan Baddeley eine zentrale Exekutive, eine phonologische Schleife und ein visuell-räumliches Notizbuch.

Archicortex Archicortex/-/archicortex

Eine entwicklungsgeschichtlich alte Struktur des Großhirns, die im Gegensatz zum Isocortex dreischichtig aufgebaut ist. Zum Archicortex gehören Hippocampus, Gyrus cinguli und die Regio enthorinalis.

Area F5 Area F5/-/area F5

Ein Teil des ventralen prämotorischen Cortex, der sich im Stirnlappen des Säugetierhirns befindet. Die Nervenzellen in dieser Hirnregion steuern zielgerechte Bewegungen von Mund und Händen. Der Area F5 kommt zudem historische Bedeutung zu: Hier stießen Forscher bei Makaken zum ersten Mal auf Spiegelneurone – jene Nervenzellen im Gehirn von Primaten, die genauso feuern, wenn ihre Besitzer eine Handlung beobachten, wie wenn sie diese selbst durchführen.

Area praepiriformis Area praepiriformis/-/prepiriform area

Die Area praepiriformis im Temporallappen gilt als primäre Riechrinde. Sie enthält unter anderem Eingänge aus dem Riechkolben.

Asomatognosie Asomatognosie/-/asomatognosia

Asomatognosie bedeutet wörtlich ein "Nichtwissen" um den eigenen Körper. Der Begriff bezeichnet den Verlust der Wahrnehmung oder des Gefühls der Zugehörigkeit eigener Körperteile. Eine Asomatognosie entsteht meist durch eine Schädigung des rechten Parietallappens, entsprechend ist meist die linke Körperseite betroffen.

Assoziationscortex Assoziationscortex/-/association cortex

Teil des Großhirns (Neocortex), der nicht den primären und sekundären Arealen für  sensorische Verarbeitung und Motorik zugeordnet wird. Er ist Mittelpunkt eines Thalamocortical und cortico-corticalen Netzwerks und ist funktionell nicht eindeutig abgrenzbar.

Astrozyt Astrozyt/-/astrocyte, astroglia

Astrozyten sind die größten unter den Gliazellen. Zu ihren Aufgaben gehören z.B. die Immunabwehr (auch Blut-Hirn-Schranke) oder die Wiederaufnahme ausgeschütteter Neurotransmitter (Botenstoffen im Gehirn).

Ataxie Ataxie/-/ataxia

Ein medizinischer Überbegriff für die Störung oder den Verlust der Bewegungskoordination. Bei einer Zielataxie beispielsweise kann ein gezielter Griff zu einem Gegenstand langsam, verwackelt oder zu schnell erfolgen. Ataxien können Folge von Läsionen oder Degeneration sein.

Auditorischer Cortex Auditorischer Cortex/-/auditory cortex

Der auditorische Cortex ist ein Teil des Temporallappens, der mit der Verarbeitung akustischer Signale befasst ist. Er unterteilt sich in primäre und sekundäre Hörrinde.

Äußere Haarzelle Äußere Haarzelle/-/outer hair cell

Äußere und innere Haarzellen sind Sinneszellen für akustische Signale im Corti-Organ. An ihrer Spitze haben sie haarähnliche Fortsätze, die Stereozilien, die untereinander und mit der Tektorialmembran verbunden sind. Die drei Reihen der äußeren Haarzellen filtern die akustischen Signale und wirken als so genannter Cochleärer Verstärker: Ohne sie wäre unsere Hörsensitivität um etwa 50 dB schlechter.

Aufmerksamkeit Aufmerksamkeit/-/attention

Aufmerksamkeit dient uns als Werkzeug, innere und äußere Reize bewusst wahrzunehmen. Dies gelingt uns, indem wir unsere mentalen Ressourcen auf eine begrenzte Anzahl von Bewusstseinsinhalten konzentrieren. Während manche Stimuli automatisch unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen, können wir andere kontrolliert auswählen. Unbewusst verarbeitet das Gehirn immer auch Reize, die gerade nicht im Zentrum unserer Aufmerksamkeit stehen.

Auge Augapfel/Bulbus oculi/eye bulb

Das Auge ist das Sinnesorgan zur Wahrnehmung von Lichtreizen – von elektromagnetischer Strahlung eines bestimmten Frequenzbereiches. Das für den Menschen sichtbare Licht liegt im Bereich zwischen 380 und 780 Nanometer.

Augenhäute Augenhäute/-/-

Die Augenhäute bilden die Wand des Augapfels. Sie lassen sich grob in drei Bereiche einteilen: die äußere Augenhaut mit Hornhaut und Lederhaut, die mittlere Augenhaut mit Iris, Aderhaut und Ziliarkörper, sowie die innere Augenhaut mit dem photorezeptiven und dem blinden Teil der Retina.

Autismus Autismus/-/autism

Gravierende Entwicklungsstörung, die sich oft in reduzierten sozialen Fähigkeiten, verminderter Kommunikation und stereotypem Verhalten ausdrückt.

Autonomes Nervensystem Autonomes Nervensystem/-/autonomous nervous system

Der Teil des Nervensystems, der die Vitalfunktionen – wie Atmung, Herzschlag, Blutdruck – steuert. Unterteilt wird das autonome Nervensystem in einen sympathischen, anregenden, und einen parasympathischen, entspannenden Bereich.

Axon Axon/-/axon

Das Axon ist der Fortsatz der Nervenzelle, der für die Weiterleitung eines Nervenimpulses zur nächsten Zelle zuständig ist. Ein Axon kann sich vielfach verzweigen, und so eine Vielzahl nachgeschalteter Nervenzellen erreichen. Seine Länge kann mehr als einen Meter betragen. Das Axon endet in einer oder mehreren Synapse(n).

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