Glia: die unbekannten Hirnzellen

Lange ignoriert und vielfach unterschätzt entwickeln sich Gliazellen zu Stars der Hirnforschung

„Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!“, riefen die Neurone den Hirnforschern fast ein Jahrhundert lang zu, und verwiesen dabei auf die Neuronendoktrin des großen Physiologen Ramon y Cajal. „Recht haben sie“, sagten die Forscher und verbannten die Gliazellen aus dem Fokus ihrer Mikroskope. Dazu bei trug wohl auch die Namensgebung durch ihren Erstbeschreiber Rudolf Virchow: Glia bedeutet einfach nur „Leim“.

Doch die Zeiten ändern sich. In den letzten Jahrzehnten haben sich Gliazellen zu einem rasant wachsenden Forschungsfeld entwickelt, das uns Jahr für Jahr mit neuen Erkenntnissen versorgt. Und neuen Fragen: Welchen Einfluss haben die Astrozyten an der Synapse? Welche Bedeutung hat ihre geheimnisvolle Kommunikation via Calziumwellen? Wie weit reicht die Interaktion zwischen Axon und Oligodendrozyt? 

Unser Schwerpunkt zu den Gliazellen wird Sie mit einigen der interessantesten Hirnzellen bekannt machen. Susanne Donner führt in das Thema ein: Gliazellen: Unterschätzter Klebstoff

Axon

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Das Axon ist der Fortsatz der Nervenzelle, der für die Weiterleitung eines Nervenimpulses zur nächsten Zelle zuständig ist. Ein Axon kann sich vielfach verzweigen, und so eine Vielzahl nachgeschalteter Nervenzellen erreichen. Seine Länge kann mehr als einen Meter betragen. Das Axon endet in einer oder mehreren Synapse(n).