Der Pons
In der Mitte des Hirnstamms wölbt sich, deutlich erkennbar, ein dicker Wulst nach vorn: die Brücke, auf Lateinisch, der Pons. Er ist Namensgeber für diesen Abschnitt des Hirnstamms. Nach unten schließt sich die Medulla oblongata an, nach oben das Mittelhirn (Mesencephalon).
Wissenschaftliche Betreuung: Prof. Dr. Hans-Dieter Hofmann, Prof. Dr. Andreas Vlachos
Veröffentlicht: 20.09.2025
Niveau: mittel
- Der Pons ist eine zentrale Umschaltstelle zwischen Großhirn und Kleinhirn.
- Er spielt eine Schlüsselrolle bei der Steuerung von Bewegungen.
- Zugleich verlaufen hier zahlreiche auf- und absteigende Bahnen, die den Pons zu einem wichtigen Knotenpunkt im gesamten Nervensystem machen.
- Darüber hinaus ist er Teil des Netzwerks, das lebenswichtige vegetative Funktionen kontrolliert – insbesondere die Atmung sowie Herz und Kreislauf.
Pons
Brücke/Pons/pons
Areal im Hirnstamm zwischen Medulla oblongata und Mesencephalon. Stellt eine Umschaltstation vieler Nervenbahnen zwischen Gehirn Rückenmark dar und enthält zahlreiche Kerne, darunter Hirnnerven und solche, die an der Steuerung der Motorik beteiligt sind-in Zusammenarbeit mit dem Cerebellum.
Großhirn
Großhirn/Telencephalon/cerebrum
Das Großhirn umfasst die Großhirnrinde, (graue Substanz), die Nervenfasern (weiße Substanz) und die Basalganglien. Es ist der größte Teil des Gehirns. Die Rinde kann in vier Rindenfelder unterteilt werden: Temporallappen, Frontallappen, Okzipitallappen und Parietallappen.
Seine Aufgaben sind die Koordination von Wahrnehmung, Motivation, Lernen und Denken.
Medulla oblongata
Verlängertes Mark/Medulla oblongata/hindbrain
Bereich des Gehirns, der ins Rückenmark übergeht. Die Medulla oblongata umfasst Nervenbahnen zwischen Rückenmark und höheren Gehirnregionen sowie zahlreiche Kerngebiete mit teils lebenswichtigen Aufgaben wie der Atmung, dem Herzschlag oder bestimmten Reflexen.
Pons
Brücke/Pons/pons
Areal im Hirnstamm zwischen Medulla oblongata und Mesencephalon. Stellt eine Umschaltstation vieler Nervenbahnen zwischen Gehirn Rückenmark dar und enthält zahlreiche Kerne, darunter Hirnnerven und solche, die an der Steuerung der Motorik beteiligt sind-in Zusammenarbeit mit dem Cerebellum.
Mehr als eine Brücke
Der auffällige Wulst besteht vor allem aus einem breiten Band an Fasern. Frühere Anatomen hielten dieses für ein Brückenwerk, das die beiden Kleinhirnhemisphären direkt verbindet – daher der Name „Brücke“ (Pons Varolii), geprägt vom italienischen Anatomen Costanzo Varolio (1537–1575). Doch das erwies sich als falsch. Heute weiß man, dass es sich um corticopontine Fasern handelt: Bahnen aus der Großhirnrinde , dem Cortex, werden im Pons umgeschaltet und ziehen dann als pontocerebelläre Bahnen in die gegenüberliegende Kleinhirnhälfte weiter.
Doch im Pons verbirgt sich noch weit mehr. So verläuft auf seiner Vorderseite mittig eine feine Furche, der Sulcus basilaris, in der die Basilararterie, eine der großen Hirnarterien, verläuft. Die beiden Erhebungen rechts und links lassen im Inneren den Verlauf der Pyramidenbahn erahnen. Sie verbinden den motorischen Cortex mit dem Rückenmark.
Um diese beiden Erhebungen herum liegen zahlreiche Kerne, die Nuclei pontis. Deren Aufgabe lässt sich vielleicht tatsächlich mit der einer Brücke vergleichen: Indem sie die oben angesprochenen cortipontinen Fasern umschalten und als pontocerebelläre Bahnen in die jeweils gegenüberliegende Kleinhirnhälfte senden, dienen sie motorischen Signalen als Brücke. Hier werden die willkürmotorischen Signale der Großhirnrinde als eine Art Kopie ins Kleinhirn weitergeleitet, das die Bewegung daraufhin feiner abstuft und präzisiert. Im Vorderbereich des Pons dreht sich also fast alles um die Feinabstimmung der Motorik.
Kleinhirnhemisphären
Kleinhirnhemisphären/-/cerebral hemispheres
Wie das Großhirn verfügt auch das Kleinhirn über zwei Hemisphären. Die Hemisphären sind vor allem für die fein abgestimmte, zielgerichtete Bewegungssteuerung zuständig.
Pons
Brücke/Pons/pons
Areal im Hirnstamm zwischen Medulla oblongata und Mesencephalon. Stellt eine Umschaltstation vieler Nervenbahnen zwischen Gehirn Rückenmark dar und enthält zahlreiche Kerne, darunter Hirnnerven und solche, die an der Steuerung der Motorik beteiligt sind-in Zusammenarbeit mit dem Cerebellum.
Pyramidenbahn
Pyramidenbahn/Tractus corticospinalis/pyramidal pathway
Die Pyramidenbahn ist ein System von Axonen (langen faserartigen Fortsätzen von Nervenzellen), die vom motorischen Cortex ins Rückenmark ziehen. 80 Prozent aller Fasern kreuzen in der Medulla oblongata auf die Gegenseite. In der Medulla verläuft sie an den Pyramiden vorbei, denen sie ihren Namen verdankt. Sie ist an der Fein– und Willkürmotorik beteiligt.
Cortex
Großhirnrinde/Cortex cerebri/cerebral cortex
Cortex bezeichnet eine Ansammlung von Neuronen, typischerweise in Form einer dünnen Oberfläche. Meist ist allerdings der Cortex cerebri gemeint, die äußerste Schicht des Großhirns. Sie ist 2,5 mm bis 5 mm dick und reich an Nervenzellen. Die Großhirnrinde ist stark gefaltet, vergleichbar einem Taschentuch in einem Becher. So entstehen zahlreiche Windungen (Gyri), Spalten (Fissurae) und Furchen (Sulci). Ausgefaltet beträgt die Oberfläche des Cortex ca 1.800 cm2.
Rückenmark
Rückenmark/Medulla spinalis/spinal cord
Das Rückenmark ist der Teil des zentralen Nervensystems, das in der Wirbelsäule liegt. Es verfügt sowohl über die weiße Substanz der Nervenfasern, als auch über die graue Substanz der Zellkerne. Einfache Reflexe wie der Kniesehnenreflex werden bereits hier verarbeitet, da sensorische und motorische Neuronen direkt verschaltet sind. Das Rückenmark wird in Zervikal-, Thorakal-, Lumbal und Sakralmark unterteilt.
Empfohlene Artikel
Vegetative Aufgaben und Bewusstsein
Wie gesagt, der Pons ist eine Fortsetzung der Medulla oblongata Beide stehen in enger funktioneller Verbindung und sind sich im Aufbau sehr verwandt. So setzt sich im Pons das Netzwerk der Formatio reticularis fort, das essenzielle vegetative Aufgaben erfüllt. Während die Medulla die grundlegenden vegetativen Funktionen wie Atemrhythmus, Herzschlag und Blutdruck steuert, enthält der Pons Zentren, die diese Prozesse fein abstimmen. So reguliert er etwa die Dauer der Ein- und Ausatmung und verbindet die Steuerung der Atmung mit anderen Hirnaktivitäten wie Schlaf oder Aufmerksamkeit.
Auch das aufsteigende retikuläre aktivierende System verläuft durch den Pons. Es leitet Signale zum Thalamus und von dort zur Großhirnrinde und sorgt so dafür, dass wir wach und aufmerksam bleiben. Ohne das retikuläre aktivierende System ist Bewusstsein nicht möglich. Wird es schwer geschädigt, kann das Bewusstsein erlöschen.
Zu den zahllosen Kernen des Pons gesellen sich noch mehrere Hirnnervenkerne. Einzig der fünfte Hirnnerv (Nervus trigeminus) tritt direkt aus dem Pons aus. Der dritte und vierte Hirnnerv verlassen ihn dagegen oberhalb des Faserbandes der Brücke, der sechste, siebte und achte Hirnnerv am Übergang zwischen Pons und Medulla oblongata.
Die Bedeutung dieser Kerne zeigt sich auch in der Klinik: Beim bewusstlosen Patienten geben einfache Reflexprüfungen Hinweise auf die Integrität des Pons. Besonders der Masseterreflex macht den Nervus trigeminus deutlich: Klopft man leicht auf das Kinn, kontrahiert der Kiefermuskel kurz und zeigt so die Funktion dieses Nervs.
Beim Kornealreflex hingegen arbeitet der Nervus trigeminus mit dem Nervus facialis, dem siebten Hirnnerv, zusammen: Bei Berühren die Hornhaut, schließt sich das Auge sofort reflektorisch. Fallen diese Reflexe aus, kann dies auf eine Schädigung des Pons hindeuten.
Pons
Brücke/Pons/pons
Areal im Hirnstamm zwischen Medulla oblongata und Mesencephalon. Stellt eine Umschaltstation vieler Nervenbahnen zwischen Gehirn Rückenmark dar und enthält zahlreiche Kerne, darunter Hirnnerven und solche, die an der Steuerung der Motorik beteiligt sind-in Zusammenarbeit mit dem Cerebellum.
Medulla oblongata
Verlängertes Mark/Medulla oblongata/hindbrain
Bereich des Gehirns, der ins Rückenmark übergeht. Die Medulla oblongata umfasst Nervenbahnen zwischen Rückenmark und höheren Gehirnregionen sowie zahlreiche Kerngebiete mit teils lebenswichtigen Aufgaben wie der Atmung, dem Herzschlag oder bestimmten Reflexen.
Formatio reticularis
Formatio reticularis/Formatio reticularis/reticular formation
Die Formatio reticularis ist ein Netzwerk zahlreicher Kerne im Hirnstamm. Sie hat vielfältige Aufgaben, ist beispielsweise zuständig für die Wachsamkeit, Integration motorischer, sensorischer und vegetativer Prozesse sowie für den Schlaf-Wach-Rhythmus.
Aufmerksamkeit
Aufmerksamkeit/-/attention
Aufmerksamkeit dient uns als Werkzeug, innere und äußere Reize bewusst wahrzunehmen. Dies gelingt uns, indem wir unsere mentalen Ressourcen auf eine begrenzte Anzahl von Reizen bzw. Informationen konzentrieren. Während manche Stimuli automatisch unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen, können wir andere kontrolliert auswählen. Unbewusst verarbeitet das Gehirn immer auch Reize, die gerade nicht im Zentrum unserer Aufmerksamkeit stehen.
Hirnnerv
Hirnnerv/-/cranial nerve
Eine Gruppe von 12 paarigen Nerven, die direkt am Gehirn entspringen, meist am Hirnstamm. Sie werden mit römischen Ziffern (I – XII) nummeriert. Der erste und der zweite Hirnnerv (Riech– und Sehnerv) gehören im Gegensatz zum Rest nicht zum peripheren, sondern zum zentralen Nervensystem.
Auge
Augapfel/Bulbus oculi/eye bulb
Das Auge ist das Sinnesorgan zur Wahrnehmung von Lichtreizen – von elektromagnetischer Strahlung eines bestimmten Frequenzbereiches. Das für den Menschen sichtbare Licht liegt im Bereich zwischen 380 und 780 Nanometer.
Geschmack, Gehör und andere essenzielle Funktionen
Auch wichtige sensorische Systeme laufen im Pons zusammen. So werden hier Signale des Gehörs verarbeitet und an höhere Zentren weitergeleitet. Geschmackseindrücke erreichen den Pons über spezielle Kerne. Und auch große Bahnen für Berührung, Schmerz und Temperatur ziehen durch diesen Abschnitt des Hirnstamms.
Schäden in diesem Gebiet sind oft schwerwiegend, weil sowohl lebenswichtige Funktionen als auch Sinneswahrnehmungen betroffen sein können. Manchmal zeigen sich aber auch ungewöhnliche Symptome. Normalerweise wird im Traumschlaf die Muskulatur durch hemmende Bahnen im Pons blockiert. Fällt diese Hemmung aus, etwa bei einer Läsion der Formatio reticularis, führen Betroffene ihre Trauminhalte tatsächlich aus: Sie schlagen um sich, treten oder rufen im Schlaf – eine Störung, die sich nur medikamentös kontrollieren lässt.
Noch gravierender sind großflächige Schädigungen der vorderen Ponsregion. Dort verlaufen die Pyramidenbahnen, die Bewegungsbefehle vom Großhirn ins Rückenmark leiten. Werden sie beidseitig zerstört, etwa durch einen Infarkt der Basilararterie, entsteht das sogenannte Locked-in-Syndrom: Die Betroffenen sind wach und bei Bewusstsein, können ihre Umwelt wahrnehmen, sind aber fast vollständig gelähmt und können oft nur über Augenbewegungen kommunizieren.
Pons
Brücke/Pons/pons
Areal im Hirnstamm zwischen Medulla oblongata und Mesencephalon. Stellt eine Umschaltstation vieler Nervenbahnen zwischen Gehirn Rückenmark dar und enthält zahlreiche Kerne, darunter Hirnnerven und solche, die an der Steuerung der Motorik beteiligt sind-in Zusammenarbeit mit dem Cerebellum.
Hemmung
Hemmung/-/inhibition
Die neuronale Inhibition, oder auch Hemmung umschreibt das Phänomen, dass ein Senderneuron einen Impuls zum Empfängerneuron sendet, der bei diesem dazu führt, dass seine Aktivität herabgesetzt wird. Der wichtigste hemmende Botenstoff ist GABA.
Läsion
Läsion/-/lesion
Eine Läsion ist eine Schädigung organischen Gewebes.
Großhirn
Großhirn/Telencephalon/cerebrum
Das Großhirn umfasst die Großhirnrinde, (graue Substanz), die Nervenfasern (weiße Substanz) und die Basalganglien. Es ist der größte Teil des Gehirns. Die Rinde kann in vier Rindenfelder unterteilt werden: Temporallappen, Frontallappen, Okzipitallappen und Parietallappen.
Seine Aufgaben sind die Koordination von Wahrnehmung, Motivation, Lernen und Denken.
Rückenmark
Rückenmark/Medulla spinalis/spinal cord
Das Rückenmark ist der Teil des zentralen Nervensystems, das in der Wirbelsäule liegt. Es verfügt sowohl über die weiße Substanz der Nervenfasern, als auch über die graue Substanz der Zellkerne. Einfache Reflexe wie der Kniesehnenreflex werden bereits hier verarbeitet, da sensorische und motorische Neuronen direkt verschaltet sind. Das Rückenmark wird in Zervikal-, Thorakal-, Lumbal und Sakralmark unterteilt.
Erstveröffentlichung am 28. August 2011
Letzte Aktualisierung am 20. September 2025