Der Subthalamus
Im Zwischenhirn versteckt sich unter dem Thalamus ein wichtiger Teil des motorischen Systems: ein blasser Kern und eine erregende Linse. Dieses Gebiet beherbergt zudem eine der am wenigsten untersuchten Regionen des menschlichen Gehirns – die „ungewisse Zone“.
Wissenschaftliche Betreuung: Dr. Björn Spittau
Veröffentlicht: 01.10.2025
Niveau: schwer
Der Subthalamus ist mit seinem Globus pallidus und Nucleus subthalamicus Teil der Basalganglienschleife und beeinflusst darüber zielgerichtete Bewegungen.
Subthalamus
Subthalamus/-/subthalamus
Der Subthalamus ist ein Bereich des Diencephalons, der ventral unterhalb des Thalamus liegt. Er umfasst den Nucleus subthalamicus, der funktionell zum Basalgangliennetzwerk gehört. Der Subthalamus spielt eine wichtige Rolle bei der Regulation und Hemmung von Bewegungsabläufen sowie bei der Impulskontrolle.
Globus pallidus
Globus pallidus/Globus pallidus/globus pallidus
Der Globus pallidus, auch Pallidum genannt, ist eine Kernstruktur der Basalganglien. Es handelt sich um einen motorischen Kern des extrapyramidalen Systems, beteiligt an der Regulation von Bewegungen. Das Pallidum weist einen hemmenden und einen erregenden Teil auf. Die lateinische Bezeichnung pallidus - bleich - bezieht sich auf die Färbung dieses Kerns.
Nucleus
Nucleus/Nucleus/nucleus
Nucleus, Plural Nuclei, bezeichnet zweierlei: In der Zellbiologie den Zellkern, der unter anderem die Chromosomen enthält. In der Neuroanatomie bezeichnet es im Nervensystem eine Ansammlung von Zellkörpern – im zentralen Nervensystem als graue Substanz, im peripheren als Ganglien.
Nucleus subthalamicus
Nucleus subthalamicus/Nucleus subthalamicus/subthalamic nucleus
Der Nucleus subthalamicus ist zwar ein Kern des Subthalamus im Diencephalon, funktionell jedoch eng in die motorische Steuerung der Basalganglien eingebunden. Seine Schädigung kann vorübergehend zu unkontrollierten, wurfartigen Bewegungen der Extremitäten führen – dem Ballismus.
Wie der Name bereits verrät, versteckt sich der Subthalamus direkt unter dem Thalamus. Oder vielmehr ist er beim Embryo dort zu finden – im Laufe der Entwicklung verdrängt ein dicker Strang weißer Substanz, die Capsula interna, den größten Teil des Subthalamus nämlich zur Seite; er landet dann im Großhirn, gleich neben dem Putamen. Das stellt Anatomen vor strukturelle Probleme.
Der Subthalamus setzt sich aus drei Gebieten grauer Substanz zusammen: dem Globus pallidus, lateinisch für blasser Kern, dem Nucleus subthalamicus und der Zona incerta, der „ungewissen Zone“. Obwohl bereits 1877 erstmals beschrieben, ist die Aufgabe dieses Kerngebiets tatsächlich ungewiss: Bis heute kennt niemand seine Funktion, es gibt lediglich Spekulationen.
Doch damit fangen die Probleme erst an: Der Globus pallidus wird im Verlauf der Ontogenese nicht nur Richtung Putamen verdrängt, gemeinsam mit ihm spielt er auch eine maßgebliche Rolle bei motorischen Prozessen – der klassischen Aufgabe der Basalganglien, zu denen auch das Putamen gehört. Mit diesem ist der Globus pallidus aufs engste verschaltet und wird funktionell daher auch zu den Basalganglien gezählt. Der Nucleus subthalamicus ist ebenfalls Teil dieser motorischen Regulation und wird je nach Präferenz des Autors den Basalganglien oder dem Subthalamus zugeschlagen.
Subthalamus
Subthalamus/-/subthalamus
Der Subthalamus ist ein Bereich des Diencephalons, der ventral unterhalb des Thalamus liegt. Er umfasst den Nucleus subthalamicus, der funktionell zum Basalgangliennetzwerk gehört. Der Subthalamus spielt eine wichtige Rolle bei der Regulation und Hemmung von Bewegungsabläufen sowie bei der Impulskontrolle.
Putamen
Putamen/-/putamen
Ein Kern der Basalganglien, der gemeinsam mit dem Nucleus caudatus das Striatum bildet. Als Teil des extrapyramidalen motorischen Systems ist es an der willkürlichen Motorik (willentlichen Bewegung) beteiligt.
Nucleus
Nucleus/Nucleus/nucleus
Nucleus, Plural Nuclei, bezeichnet zweierlei: In der Zellbiologie den Zellkern, der unter anderem die Chromosomen enthält. In der Neuroanatomie bezeichnet es im Nervensystem eine Ansammlung von Zellkörpern – im zentralen Nervensystem als graue Substanz, im peripheren als Ganglien.
Nucleus subthalamicus
Nucleus subthalamicus/Nucleus subthalamicus/subthalamic nucleus
Der Nucleus subthalamicus ist zwar ein Kern des Subthalamus im Diencephalon, funktionell jedoch eng in die motorische Steuerung der Basalganglien eingebunden. Seine Schädigung kann vorübergehend zu unkontrollierten, wurfartigen Bewegungen der Extremitäten führen – dem Ballismus.
Globus pallidus
Globus pallidus/Globus pallidus/globus pallidus
Der Globus pallidus, auch Pallidum genannt, ist eine Kernstruktur der Basalganglien. Es handelt sich um einen motorischen Kern des extrapyramidalen Systems, beteiligt an der Regulation von Bewegungen. Das Pallidum weist einen hemmenden und einen erregenden Teil auf. Die lateinische Bezeichnung pallidus - bleich - bezieht sich auf die Färbung dieses Kerns.
Ontogenese
Ontogenese/-/ontogeny
Entwicklung des Individuums von der befruchteten Eizelle zum erwachsenen Lebewesen.
Basalganglien
Basalganglien/Nuclei basales/basal ganglia
Basalganglien sind eine Gruppe subcorticaler Kerne (unterhalb der Großhirnrinde gelegen) im Telencephalon. Zu den Basalganglien zählen der Globus pallidus und das Striatum, und je nach Autor weitere Strukturen, wie z. B. die Substantia nigra und der Nucleus subthalamicus. Die Basalganglien werden primär mit der Willkürmotorik in Verbindung gebracht, beeinflussen aber auch Motivation, Lernen und Emotion.
Struktur und Aufbau
Gleich unter der tiefsten Stelle des Thalamus liegt die Zona incerta, ein nur kleines Kerngebiet, oben und unten umgeben von weißer Substanz, bezeichnet als Forels-Feld H1 und Forels-Feld H2. Darunter, im Übergangsgebiet zwischen Mittel- und Zwischenhirn, schließt sich der noch kleinere Nucleus subthalamicus an. Dieser Kern, nach seinem Entdecker auch Luys-Körper genannt, hat die Form einer bikonvexen Linse. Seitlich davon, durch die Capsula interna von beiden Kernen getrennt, befindet sich der sehr viel größere Globus pallidus in Form eines liegenden Kegels, dessen Spitze nach unten und zur Mitte zeigt. Er ist der Hauptkern des Subthalamus. Da er aber, wie gesagt, funktionell zu den Basalganglien zählt, wird er inklusive seiner motorischen Regelkreise dort in einem eigenen Text besprochen.
Nucleus
Nucleus/Nucleus/nucleus
Nucleus, Plural Nuclei, bezeichnet zweierlei: In der Zellbiologie den Zellkern, der unter anderem die Chromosomen enthält. In der Neuroanatomie bezeichnet es im Nervensystem eine Ansammlung von Zellkörpern – im zentralen Nervensystem als graue Substanz, im peripheren als Ganglien.
Nucleus subthalamicus
Nucleus subthalamicus/Nucleus subthalamicus/subthalamic nucleus
Der Nucleus subthalamicus ist zwar ein Kern des Subthalamus im Diencephalon, funktionell jedoch eng in die motorische Steuerung der Basalganglien eingebunden. Seine Schädigung kann vorübergehend zu unkontrollierten, wurfartigen Bewegungen der Extremitäten führen – dem Ballismus.
Linse
Linse/Lens crysstallina/lense
Die Augenlinse ist eine transparente, flexible Struktur, die durch ihren unterschiedlichen Krümmungsgrad (siehe dazu Ziliarmuskel und Zonulafasern) den Prozess der Akkomodation (das Fokussieren) und damit scharfes Sehen in verschiedenen Entfernungen ermöglicht, v.a. im Nahbereich.
Globus pallidus
Globus pallidus/Globus pallidus/globus pallidus
Der Globus pallidus, auch Pallidum genannt, ist eine Kernstruktur der Basalganglien. Es handelt sich um einen motorischen Kern des extrapyramidalen Systems, beteiligt an der Regulation von Bewegungen. Das Pallidum weist einen hemmenden und einen erregenden Teil auf. Die lateinische Bezeichnung pallidus - bleich - bezieht sich auf die Färbung dieses Kerns.
Subthalamus
Subthalamus/-/subthalamus
Der Subthalamus ist ein Bereich des Diencephalons, der ventral unterhalb des Thalamus liegt. Er umfasst den Nucleus subthalamicus, der funktionell zum Basalgangliennetzwerk gehört. Der Subthalamus spielt eine wichtige Rolle bei der Regulation und Hemmung von Bewegungsabläufen sowie bei der Impulskontrolle.
Basalganglien
Basalganglien/Nuclei basales/basal ganglia
Basalganglien sind eine Gruppe subcorticaler Kerne (unterhalb der Großhirnrinde gelegen) im Telencephalon. Zu den Basalganglien zählen der Globus pallidus und das Striatum, und je nach Autor weitere Strukturen, wie z. B. die Substantia nigra und der Nucleus subthalamicus. Die Basalganglien werden primär mit der Willkürmotorik in Verbindung gebracht, beeinflussen aber auch Motivation, Lernen und Emotion.
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Nucleus subthalamicus: Funktionen
Der Nucleus subthalamicus ist ebenfalls Teil der komplexen motorischen Steuerung: Er erhält erregende Faserzugänge direkt aus dem motorischen Cortex, sowie hemmende Impulse aus dem äußeren Segment des Globus pallidus Signale sendet er vor allem zu dessen innerem Segment und zur Substantia nigra.
Da an dieser Stelle Regelkreise offensichtlich wichtiger sind als einzelne Strukturen, hier ein kurzer Ausflug in die Verschaltung der Basalganglien: Diese beeinflussen über mehrere Verschaltungswege die Ausführung von Bewegungen. Die Hauptschleife fördert Motorik. Sie läuft vom Putamen über das innere Segment des Globus pallidus zum Thalamus. Da der Globus pallidus den Thalamus hemmt, selbst aber vom Putamen gehemmt wird, reduziert sich nach dem Prinzip der doppelten Hemmung die Inhibierung des Thalamus, so dass der seine erregenden Signale zum motorischen Cortex senden kann. Gleichzeitig modulieren mehrere Nebenschleifen die Hauptschleife. Eine davon schließt den Nucleus subthalamicus ein: Er erregt das innere Pallidum-Segment und verstärkt dadurch die Hemmung auf den Thalamus. So wirkt diese Nebenschleife einer ungeregelten Motorik entgegen.
Das zeigt sich vor allem bei einer Schädigung des Nucleus subthalamicus – beispielsweise durch einen Schlaganfall. Dann kann es zum Krankheitsbild des Hemiballismus kommen: Betroffene schleudern plötzlich ungewollt Arme oder Beine umher. Glücklicherweise ist diese Störung nicht von Dauer und es ist dabei nur eine Körperseite betroffen: die Gegenseite der geschädigten Gehirnhälfte.
Der Nucleus subthalamicus beeinflusst auch die Symptome bei Parkinsonpatienten. Wie genau er das macht, ist Neurowissenschaftlern nach wie vor ein Rätsel. Sie wissen jedoch, dass bei Dopaminmangel im Striatum der Nucleus subthalamicus verstärkt Signale feuert. Wird er „abgeschaltet“, lässt vor allem der Ruhetremor nach, das typische langsame Zittern der Erkrankten. Diese Abschaltung funktioniert über die Methode der so genannten tiefen Hirnstimulation: Dabei werden den Betroffenen Elektroden in das Gehirn implantiert, die ständig elektrische Impulse abgeben und der Überaktivität des Nucleus subthalamicus entgegenwirken.
Nucleus
Nucleus/Nucleus/nucleus
Nucleus, Plural Nuclei, bezeichnet zweierlei: In der Zellbiologie den Zellkern, der unter anderem die Chromosomen enthält. In der Neuroanatomie bezeichnet es im Nervensystem eine Ansammlung von Zellkörpern – im zentralen Nervensystem als graue Substanz, im peripheren als Ganglien.
Nucleus subthalamicus
Nucleus subthalamicus/Nucleus subthalamicus/subthalamic nucleus
Der Nucleus subthalamicus ist zwar ein Kern des Subthalamus im Diencephalon, funktionell jedoch eng in die motorische Steuerung der Basalganglien eingebunden. Seine Schädigung kann vorübergehend zu unkontrollierten, wurfartigen Bewegungen der Extremitäten führen – dem Ballismus.
Globus pallidus
Globus pallidus/Globus pallidus/globus pallidus
Der Globus pallidus, auch Pallidum genannt, ist eine Kernstruktur der Basalganglien. Es handelt sich um einen motorischen Kern des extrapyramidalen Systems, beteiligt an der Regulation von Bewegungen. Das Pallidum weist einen hemmenden und einen erregenden Teil auf. Die lateinische Bezeichnung pallidus - bleich - bezieht sich auf die Färbung dieses Kerns.
Basalganglien
Basalganglien/Nuclei basales/basal ganglia
Basalganglien sind eine Gruppe subcorticaler Kerne (unterhalb der Großhirnrinde gelegen) im Telencephalon. Zu den Basalganglien zählen der Globus pallidus und das Striatum, und je nach Autor weitere Strukturen, wie z. B. die Substantia nigra und der Nucleus subthalamicus. Die Basalganglien werden primär mit der Willkürmotorik in Verbindung gebracht, beeinflussen aber auch Motivation, Lernen und Emotion.
Putamen
Putamen/-/putamen
Ein Kern der Basalganglien, der gemeinsam mit dem Nucleus caudatus das Striatum bildet. Als Teil des extrapyramidalen motorischen Systems ist es an der willkürlichen Motorik (willentlichen Bewegung) beteiligt.
Hemmung
Hemmung/-/inhibition
Die neuronale Inhibition, oder auch Hemmung umschreibt das Phänomen, dass ein Senderneuron einen Impuls zum Empfängerneuron sendet, der bei diesem dazu führt, dass seine Aktivität herabgesetzt wird. Der wichtigste hemmende Botenstoff ist GABA.
Cortex
Großhirnrinde/Cortex cerebri/cerebral cortex
Cortex bezeichnet eine Ansammlung von Neuronen, typischerweise in Form einer dünnen Oberfläche. Meist ist allerdings der Cortex cerebri gemeint, die äußerste Schicht des Großhirns. Sie ist 2,5 mm bis 5 mm dick und reich an Nervenzellen. Die Großhirnrinde ist stark gefaltet, vergleichbar einem Taschentuch in einem Becher. So entstehen zahlreiche Windungen (Gyri), Spalten (Fissurae) und Furchen (Sulci). Ausgefaltet beträgt die Oberfläche des Cortex ca 1.800 cm2.
Schlaganfall
Schlaganfall/Apoplexia cerebri/stroke
Bei einem Schlaganfall wird das Gehirn oder Teile davon nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt, wodurch Sauerstoff- und Glukoseversorgung beeinträchtigt sind. Die häufigste Ursache ist ein Verschluss einer Arterie (ischämischer Schlaganfall), seltener eine Blutung (hämorrhagischer Schlaganfall). Typische Symptome sind plötzliche Sehstörungen, Schwindel, Lähmungen, Sprach- oder Sensibilitätsstörungen. Langfristige Folgen können verschiedene Gefühls-, Bewegungs- und kognitive Einschränkungen sein.
Striatum
Striatum/Corpus striatum/striatum
Das Striatum ist eine zentrale Struktur der Basalganglien. Es setzt sich aus Nucleus caudatus und Putamen zusammen; der Nucleus accumbens zählt als ventraler Anteil funktionell ebenfalls dazu. Als wichtigste Eingangsstruktur der Basalganglien spielt das Striatum eine wesentliche Rolle bei der Steuerung von Bewegungsabläufen sowie bei Kognition, Motivationsvorgängen und im Rahmen des Belohnungssystems.
Die Zone der Unsicherheit
Als der Schweizer Hirnforscher Auguste-Henri Forel die Zona incerta erstmals beschrieb, nannte er sie „eine Region, über die sich nichts Sicheres sagen lässt“. Daran hat sich in den fast 130 Jahren danach nicht viel geändert: Die meisten Lehrbücher erwähnen die Zona incerta nur kurz als existierend und führen sie nicht einmal in ihrem Register auf. Ihre Funktion kennt man bis heute nicht. Allerdings gibt es viele Vermutungen: Sie soll Erregung beeinflussen, die Aktivität von Eingeweiden kontrollieren, Bewegungen aufrechterhalten oder allgemein Antworten auf sensorische Reize generieren.
Zona incerta
Zona incerta/Zona incerta/zona incerta
Zona incerta — der Name stammt von Auguste Forel und bedeutet, dass man über diesen Kern des Diencephalons nichts sicheres sagen kann. Das war 1877 und seitdem wurde immerhin entdeckt, dass die Zona incerta im gesamten Gehirn sehr gut vernetzt ist. Aber ihre Funktion bleibt unbekannt.
Erstveröffentlichung am 28. August 2011
Letzte Aktualisierung am 1. Oktober 2025