Hören mit Gefühl

Copyright: Lena Ernst/ Universität Mannheim
Autor: Ragnar Vogt

Ein bedrohliches Hundeknurren lässt uns sofort aufhorchen. Emotionen wie Angst lenken unsere Aufmerksamkeit – auch beim Hören. Was dabei im Gehirn passiert, untersucht eine Psychologin der Uni Mannheim.

Veröffentlicht: 09.08.2012

Das Wichtigste in Kürze
  • Emotionale Geräusche wie Kinderlachen werden im Gehirn stärker verarbeitet als neutrale Geräusche. Emotionen lenken unsere Aufmerksamkeit.
  • Diesen Effekt sieht man bereits auf einer sehr frühen Verarbeitungsstufe: im primären auditiven Cortex.
  • Bei der Untersuchung der Hörverarbeitung ist die funktionelle Magnetresonanztomografie nicht optimal, denn sie macht großen Krach. Forscher müssen auf andere Techniken wie die Nahinfrarot-Spektroskopie ausweichen.
  • Auch bei der Musikwahrnehmung spielen Emotionen eine Rolle: Eine verzerrte Ouvertüre etwa empfinden wir als unangenehm. Im Gehirn sind dann viel weniger Bereiche aktiv wie bei der unverfälschten Musik.

Emotionen

Emotionen/-/emotions

Unter „Emotionen“ verstehen Neurowissenschaftler psychische Prozesse, die durch äußere Reize ausgelöst werden und eine Handlungsbereitschaft zur Folge haben. Emotionen entstehen im limbischen System, einem stammesgeschichtlich alten Teil des Gehirns. Der Psychologe Paul Ekman hat sechs kulturübergreifende Basisemotionen definiert, die sich in charakteristischen Gesichtsausdrücken widerspiegeln: Freude, Ärger, Angst, Überraschung, Trauer und Ekel.

Aufmerksamkeit

Aufmerksamkeit/-/attention

Aufmerksamkeit dient uns als Werkzeug, innere und äußere Reize bewusst wahrzunehmen. Dies gelingt uns, indem wir unsere mentalen Ressourcen auf eine begrenzte Anzahl von Bewusstseinsinhalten konzentrieren. Während manche Stimuli automatisch unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen, können wir andere kontrolliert auswählen. Unbewusst verarbeitet das Gehirn immer auch Reize, die gerade nicht im Zentrum unserer Aufmerksamkeit stehen.

Cortex

Großhirnrinde/Cortex cerebri/cerebral cortex

Der Cortex cerebri, kurz Cortex genannt, bezeichnet die äußerste Schicht des Großhirns. Sie ist 2,5 mm bis 5 mm dick und reich an Nervenzellen. Die Großhirnrinde ist stark gefaltet, vergleichbar einem Taschentuch in einem Becher. So entstehen zahlreiche Windungen (Gyri), Spalten (Fissurae) und Furchen (Sulci). Ausgefaltet beträgt die Oberfläche des Cortex ca 1.800 cm2.

Funktionelle Magnetresonanztomographie

Funktionelle Magnetresonanztomographie/-/functional magnetic resonance imaging

Eine Modifikation der Magnetresonanztomographie oder –tomografie (MRT, englisch MRI) die die Messung des regionalen Körperstoffwechsels erlaubt. In der Hirnforschung wird besonders häufig der BOLD-​Kontrast (blood oxygen level dependent) verwendet, der das unterschiedliche magnetische Verhalten sauerstoffreichen und sauerstoffarmen Bluts nutzt. Ein hoher Sauerstoffverbrauch kann mit erhöhter Aktivität korreliert werden. fMRT-​Messungen haben eine gute räumliche Auflösung und erlauben so detaillierte Information über die Aktivität eines bestimmten Areals im Gehirn.

Nahinfrarot-Spektroskopie (Nirs)

Bei der Nahinfrarot-Spektroskopie leuchten kleine Lampen durch den Schädelknochen. Das Licht verändert sein Spektrum im Gehirn, diese Veränderung wird von Sensoren auf dem Kopf aufgezeichnet. Dabei verwenden die Forscher Licht im Nahinfrarot-Bereich (meist 700 bis 800 Nanometer). Bei dieser Wellenlänge hat sauerstoffreiches Blut ein anderes Absorptionsmuster als Blut mit wenig Sauerstoff. So wird mit der Technik die Veränderung des Sauerstoffgehalts gemessen. Das lässt Rückschlüsse auf die Hirnaktivität zu: An Orten mit viel Sauerstoffverbrauch sind viele Nervenzellen in Aktion.

Neuron

Neuron/-/neuron

Das Neuron ist eine Zelle des Körpers, die auf Signalübertragung spezialisiert ist. Sie wird charakterisiert durch den Empfang und die Weiterleitung elektrischer oder chemischer Signale.

Die Psychologin Antje Gerdes hatte ein Problem: Lärm. Der störte ihre Versuche. Sie erforschte an der Universität Mannheim, wie im Gehirn Eindrücke verarbeitet werden, die vom Ohr kommen. Besonders interessierte sie, welche Rolle Gefühle dabei spielen.

Man wusste bereits, dass Menschen beispielsweise einem bedrohlichen Hundeknurren viel mehr Aufmerksamkeit schenken als dem Geblubber der Kaffeemaschine. Im Gesprächsgewirr einer Party hören wir schnell die Stimme des geliebten Menschen heraus, die anderen Geräusche blenden wir aus. Das bedeutet: Durch Emotionen wird unsere Aufmerksamkeit gesteuert. Und das kann überlebenswichtig sein: Sei es in früheren Zeiten das Knurren des Bären oder heute das herannahende Auto: Bei ängstigenden Geräuschen sollten wir besser alles andere vergessen und schnell reagieren.

Doch wie lässt sich erforschen, was dabei im Gehirn passiert? Die normale Herangehensweise ist, Testpersonen in die Röhre eines funktionalen Magnetresonanztomografen (fMRT) zu schieben und dann zu schauen, welche Hirnareale aktiv sind. Will man allerdings das Hören mit dieser Methode untersuchen, gibt es ein Problem. Das Gerät macht großen, sehr unangenehmen Krach. Keine gute Voraussetzung also, wenn man wie Antje Gerdes herausfinden will, wie das Gehirn auf „emotionale“ Geräusche reagiert.

Beim Thema Sehen gibt es solche Probleme nicht: Tatsächlich hatten Forscher bereits eine ähnliche Fragestellung mit einem fMRT untersucht. Sie fanden heraus, dass Bilder, die Emotionen wie Freude oder Angst hervorrufen, anders im Gehirn verarbeitet werden als neutrale. Und das schon auf einer sehr frühen Ebene der Informationsverarbeitung: Bereits im visuellen Cortex sind verstärkte Aktivitätsmuster sichtbar. Das war überraschend, denn bis zu dieser Erkenntnis dachten die Wissenschaftler, dass in dem Bereich ganz nüchtern das gesehene Bild ausgewertet wird und die emotionale Bedeutung des Gesehenen erst in nachgeschalteten Bereichen geprüft wird – etwa im präfrontalen Cortex.

Ohr

Ohr/Auris/ear

Das Ohr ist nicht nur das Organ des Hörens, sondern auch des Gleichgewichts. Unterschieden werden das äußere Ohr mit Ohrmuschel und äußerem Gehörgang, das Mittelohr mit Trommelfell und den Gehörknöchelchen sowie das eigentliche Hör– und Gleichgewichtsorgan, das Innenohr mit der Gehörschnecke (Cochlea) und den Bogengängen.

Aufmerksamkeit

Aufmerksamkeit/-/attention

Aufmerksamkeit dient uns als Werkzeug, innere und äußere Reize bewusst wahrzunehmen. Dies gelingt uns, indem wir unsere mentalen Ressourcen auf eine begrenzte Anzahl von Bewusstseinsinhalten konzentrieren. Während manche Stimuli automatisch unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen, können wir andere kontrolliert auswählen. Unbewusst verarbeitet das Gehirn immer auch Reize, die gerade nicht im Zentrum unserer Aufmerksamkeit stehen.

Emotionen

Emotionen/-/emotions

Unter „Emotionen“ verstehen Neurowissenschaftler psychische Prozesse, die durch äußere Reize ausgelöst werden und eine Handlungsbereitschaft zur Folge haben. Emotionen entstehen im limbischen System, einem stammesgeschichtlich alten Teil des Gehirns. Der Psychologe Paul Ekman hat sechs kulturübergreifende Basisemotionen definiert, die sich in charakteristischen Gesichtsausdrücken widerspiegeln: Freude, Ärger, Angst, Überraschung, Trauer und Ekel.

Cortex

Großhirnrinde/Cortex cerebri/cerebral cortex

Der Cortex cerebri, kurz Cortex genannt, bezeichnet die äußerste Schicht des Großhirns. Sie ist 2,5 mm bis 5 mm dick und reich an Nervenzellen. Die Großhirnrinde ist stark gefaltet, vergleichbar einem Taschentuch in einem Becher. So entstehen zahlreiche Windungen (Gyri), Spalten (Fissurae) und Furchen (Sulci). Ausgefaltet beträgt die Oberfläche des Cortex ca 1.800 cm2.

Infrarotlicht als Lösung

Um einen möglicherweise ähnlichen Effekt auch beim Hören zu untersuchen, brauchte Antje Gerdes ein Gerät, das sehr leise ist, mit dem sie aber dennoch sehen konnte, wo im Gehirn gerade etwas passiert. Ihre Wahl fiel auf die sogenannte Nahinfrarot-​Spektroskopie (Nirs). Dabei wird mit Infrarotlicht auf den Kopf geleuchtet und das zurückkommende Licht gemessen (siehe Infokasten). Die Methode ist geräuschfrei.

Nirs gibt es schon sehr lange. Sie wurde entwickelt, um den Wassergehalt von Sojabohnen zu bestimmen. Inzwischen ist das eine Technik, mit der standardmäßig die Qualität von Lebensmitteln getestet wird. Seit mehr als dreißig Jahren nutzen auch Forscher und Ärzte diese Spektroskopie um Hirnaktivitäten zu messen. Etwa bei Kindern, die nicht ruhig in der MRT-​Röhre liegen wollen. Denn bei dieser Technik kann man sich auch bewegen, ohne die Messung zu stören.

„Die Ergebnisse, die man mit Nirs bekommt, sind ein Mittelding zwischen EEG und MRT – besser lokalisiert als bei der Hirnstrommessung, aber nicht so genau wie die Bildgebung mittels Magnetresonanz“, sagt Antje Gerdes. Die Auflösung eines MRT liegt meist im Millimeterbereich, bei Nirs ist sie im Zentimeterbereich, also zehnmal ungenauer. Zudem kann man mit der Spektroskopie nur die äußeren Bereiche des Hirns beobachten, tiefer liegende Areale sind nicht sichtbar. Für die Fragestellung von Antje Gerdes reichte das, denn sie interessierte sich für den Bereich der Großhirnrinde, der für die erste Verarbeitung des Schalls wesentlich ist: den auditiven Cortex Und der liegt direkt unter dem Schädelknochen, ungefähr drei Finger breit über dem Ohr.

EEG

Elektroencephalogramm/-/electroencephalography

Bei dem Elektroencephalogramm, kurz EEG handelt es sich um eine Aufzeichnung der elektrischen Aktivität des Gehirns (Hirnströme). Die Hirnströme werden an der Kopfoberfläche oder mittels implantierter Elektroden im Gehirn selbst gemessen. Die Zeitauflösung liegt im Millisekundenbereich, die räumliche Auflösung ist hingegen sehr schlecht. Entdecker der elektrischen Hirnwellen bzw. des EEG ist der Neurologe Hans Berger (1873−1941) aus Jena.

Magnetresonanztomographie

Magnetresonanztomographie/-/magnetic resonance imaging

Ein bildgebendes Verfahren, das Mediziner zur Diagnose von Fehlbildungen in unterschiedlichen Geweben oder Organen des Körpers einsetzen. Die Methode wird umgangssprachlich auch Kernspin genannt. Sie beruht darauf, dass die Kerne mancher Atome einen Eigendrehimpuls besitzen, der im Magnetfeld seine Richtung ändern kann. Diese Eigenschaft trifft unter anderem auf Wasserstoff zu. Deshalb können Gewebe, die viel Wasser enthalten, besonders gut dargestellt werden. Abkürzung: MRT.

Auditorischer Cortex

Auditorischer Cortex/-/auditory cortex

Der auditorische Cortex ist ein Teil des Temporallappens, der mit der Verarbeitung akustischer Signale befasst ist. Er unterteilt sich in primäre und sekundäre Hörrinde.

Ohr

Ohr/Auris/ear

Das Ohr ist nicht nur das Organ des Hörens, sondern auch des Gleichgewichts. Unterschieden werden das äußere Ohr mit Ohrmuschel und äußerem Gehörgang, das Mittelohr mit Trommelfell und den Gehörknöchelchen sowie das eigentliche Hör– und Gleichgewichtsorgan, das Innenohr mit der Gehörschnecke (Cochlea) und den Bogengängen.

„Das war ein spannender Moment.“

17 Studenten untersuchte Antje Gerdes mit Nirs. Die jungen Männer und Frauen wurden einzeln in einen abgedunkelten Raum geführt. Nur ein Monitor mit einem Kreuz zum Fixieren war zu sehen – damit wollte die Forscherin verhindern, dass Augenbewegungen die Messungen stören. Nun bekamen die Testpersonen eine Haube mit den Nirs-​Detektoren aufgesetzt, nicht unähnlich der Haube mit den EEG-​Elektroden. Über einen Kopfhörer spielte ihnen Antje Gerdes dann 60 verschiedene Geräusche vor. Mal schöné wie Kinderlachen, mal bedrohliche wie ein Schmerzschrei, mal neutrale wie ein vorbeifahrender Zug in der Ferne.

Während der Messung konnte Antje Gerdes noch nicht sehen, ob sie recht hatte mit ihrer Vermutung, dass emotional bedeutsame Geräusche bereits im auditiven Cortex stärkere Aktivierungen hervorrufen. Denn erstens wusste sie nicht, welche Geräusche die Testperson gerade hörte. Ihr Wissen hätte die Ergebnisse verfälschen können, deshalb wählte ein Zufallsgenerator die Sound-​Schnipsel aus. Zweitens bekommt man bei Nirs nicht sofort ein Bild mit den Aktivitätsmustern. Vielmehr erhalten die Forscher eine Unmenge an Messdaten, die sie erst in tagelangen Berechnungen auswerten müssen.

„Das war ein spannender Moment, als die ersten aussagekräftigen Ergebnisse kamen. Da wusste ich, das Projekt geht in die richtige Richtung“, erinnert sich Antje Gerdes. Die Messwerte zeigten es deutlich: Emotionale Geräusche wie etwa Lachen und Weinen führen zu einer sehr hohen Aktivität im auditiven Cortex. Neutrale Geräusche dagegen hatten keinen so großen Effekt. Die Vermutung der Forscherin war also bestätigt: Was für den visuellen Cortex schon bekannt war, gilt auch für den auditiven Cortex: Emotionale Sinneseindrücke werden schon auf einer sehr frühen Verarbeitungsebene verstärkt verarbeitet.

Emotionen

Emotionen/-/emotions

Unter „Emotionen“ verstehen Neurowissenschaftler psychische Prozesse, die durch äußere Reize ausgelöst werden und eine Handlungsbereitschaft zur Folge haben. Emotionen entstehen im limbischen System, einem stammesgeschichtlich alten Teil des Gehirns. Der Psychologe Paul Ekman hat sechs kulturübergreifende Basisemotionen definiert, die sich in charakteristischen Gesichtsausdrücken widerspiegeln: Freude, Ärger, Angst, Überraschung, Trauer und Ekel.

Auditorischer Cortex

Auditorischer Cortex/-/auditory cortex

Der auditorische Cortex ist ein Teil des Temporallappens, der mit der Verarbeitung akustischer Signale befasst ist. Er unterteilt sich in primäre und sekundäre Hörrinde.

Cortex

Großhirnrinde/Cortex cerebri/cerebral cortex

Der Cortex cerebri, kurz Cortex genannt, bezeichnet die äußerste Schicht des Großhirns. Sie ist 2,5 mm bis 5 mm dick und reich an Nervenzellen. Die Großhirnrinde ist stark gefaltet, vergleichbar einem Taschentuch in einem Becher. So entstehen zahlreiche Windungen (Gyri), Spalten (Fissurae) und Furchen (Sulci). Ausgefaltet beträgt die Oberfläche des Cortex ca 1.800 cm2.

Verzerrte Bach-​Ouvertüre

„Das Ergebnis passt gut zu unserer heutigen Vorstellung davon, wie die Aufmerksamkeit im Gehirn gesteuert wird“, sagt Stefan Koelsch. Der Psychologe erforscht an der Freien Universität Berlin den Zusammenhang von Emotionen und Musikwahrnehmung. „Wir wissen schon länger, dass bei emotionalen Reizen sehr viel mehr Informationen im Cortex ankommen. Solche Aufmerksamkeitseffekte werden wohl vor allem im Thalamus gesteuert.“ Die Signale vom Ohr erreichen in der Hörbahn erst den Thalamus und dann den auditiven Cortex Vom einfachen Wackeln zur wunderbaren Vielfalt der Klänge.

Bei Versuchen zur Wahrnehmung von Musik fand Stefan Koelsch einen ähnlichen Effekt wie Antje Gerdes. Der Berliner Forscher untersuchte 2006 mit dem fMRT, was im Gehirn passiert, wenn dissonante Musik zu hören ist. Dafür verzerrte er etwa eine Ouvertüre von Johann Sebastian Bach so sehr, dass nur noch unangenehme Klänge übrig blieben. Das verglich er mit den Hirnaktivitäten, wenn er die unverfälschte Musik abspielte.

Aufmerksamkeit

Aufmerksamkeit/-/attention

Aufmerksamkeit dient uns als Werkzeug, innere und äußere Reize bewusst wahrzunehmen. Dies gelingt uns, indem wir unsere mentalen Ressourcen auf eine begrenzte Anzahl von Bewusstseinsinhalten konzentrieren. Während manche Stimuli automatisch unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen, können wir andere kontrolliert auswählen. Unbewusst verarbeitet das Gehirn immer auch Reize, die gerade nicht im Zentrum unserer Aufmerksamkeit stehen.

Emotionen

Emotionen/-/emotions

Unter „Emotionen“ verstehen Neurowissenschaftler psychische Prozesse, die durch äußere Reize ausgelöst werden und eine Handlungsbereitschaft zur Folge haben. Emotionen entstehen im limbischen System, einem stammesgeschichtlich alten Teil des Gehirns. Der Psychologe Paul Ekman hat sechs kulturübergreifende Basisemotionen definiert, die sich in charakteristischen Gesichtsausdrücken widerspiegeln: Freude, Ärger, Angst, Überraschung, Trauer und Ekel.

Emotionen

Emotionen/-/emotions

Unter „Emotionen“ verstehen Neurowissenschaftler psychische Prozesse, die durch äußere Reize ausgelöst werden und eine Handlungsbereitschaft zur Folge haben. Emotionen entstehen im limbischen System, einem stammesgeschichtlich alten Teil des Gehirns. Der Psychologe Paul Ekman hat sechs kulturübergreifende Basisemotionen definiert, die sich in charakteristischen Gesichtsausdrücken widerspiegeln: Freude, Ärger, Angst, Überraschung, Trauer und Ekel.

Cortex

Großhirnrinde/Cortex cerebri/cerebral cortex

Der Cortex cerebri, kurz Cortex genannt, bezeichnet die äußerste Schicht des Großhirns. Sie ist 2,5 mm bis 5 mm dick und reich an Nervenzellen. Die Großhirnrinde ist stark gefaltet, vergleichbar einem Taschentuch in einem Becher. So entstehen zahlreiche Windungen (Gyri), Spalten (Fissurae) und Furchen (Sulci). Ausgefaltet beträgt die Oberfläche des Cortex ca 1.800 cm2.

Thalamus dorsalis

Thalamus dorsalis/Thalamus dorsalis/thalamus

Der Thalamus ist die größte Struktur des Zwischenhirns und ist oberhalb des Hypothalamus gelegen. Der Thalamus gilt als „Tor zum Bewusstsein“, da seine Kerne Durchgangstation für sämtliche Information an den Cortex (Großhirnrinde) sind. Gleichzeitig erhalten sie auch viele kortikale Eingänge. Die Kerne des Thalamus werden zu Gruppen zusammengefasst.

Ohr

Ohr/Auris/ear

Das Ohr ist nicht nur das Organ des Hörens, sondern auch des Gleichgewichts. Unterschieden werden das äußere Ohr mit Ohrmuschel und äußerem Gehörgang, das Mittelohr mit Trommelfell und den Gehörknöchelchen sowie das eigentliche Hör– und Gleichgewichtsorgan, das Innenohr mit der Gehörschnecke (Cochlea) und den Bogengängen.

Hörbahn

Hörbahn/-/auditory pathway

Als Hörbahn werden die Nervenfasern bezeichnet, die die akustische Information vom Innenohr zum primären auditorischen Cortex leiten. Beim Menschen besteht die Hörbahn aus fünf Schaltstellen: Spiralganglion, den Hörkernen im Hirnstamm, dem Colliculus inferior, dem Corpus geniculatum mediale des Thalamus und dem primären auditorischen Cortex.

Auditorischer Cortex

Auditorischer Cortex/-/auditory cortex

Der auditorische Cortex ist ein Teil des Temporallappens, der mit der Verarbeitung akustischer Signale befasst ist. Er unterteilt sich in primäre und sekundäre Hörrinde.

Wahrnehmung

Wahrnehmung/Perceptio/perception

Der Begriff beschreibt den komplexen Prozess der Informationsgewinnung und –verarbeitung von Reizen aus der Umwelt sowie von inneren Zuständen eines Lebewesens. Das Gehirn kombiniert die Informationen, die teils bewusst und teils unbewusst wahrgenommen werden, zu einem subjektiv sinnvollen Gesamteindruck. Wenn die Daten, die es von den Sinnesorganen erhält, hierfür nicht ausreichen, ergänzt es diese mit Erfahrungswerten. Dies kann zu Fehlinterpretationen führen und erklärt, warum wir optischen Täuschungen erliegen oder auf Zaubertricks hereinfallen.

Veränderung schon im Hirnstamm

Bei der Studie hatte auch Stefan Koelsch das Problem, dass ein MRT großen Lärm macht. „Aber wir wollten uns das gesamte Gehirn in hoher Auflösung anschauen, deshalb musste es die Magnetresonanz sein“, sagt der Forscher. „Wir haben uns mit Tricks beholfen: Das Gerät muss nicht immer laufen, zudem kann man mit langsamen Scans den Geräuschpegel senken.“

Es stellte sich heraus, dass es viele Hirnareale gibt, die bei angenehmer Musik sehr angeregt sind, und bei unangenehmer eher wenig aktiv sind. „Diesen Effekt haben wir schon im Hirnstamm, also auf einer sehr frühen Verarbeitungsebene gesehen“, sagt Stefan Koelsch. Auch der primäre auditive Cortex zeigte die Reaktion. Wie bei Antje Gerdes’ Versuch antwortete also bereits dieser Bereich unterschiedlich auf verschiedene emotionale Reize.

Magnetresonanztomographie

Magnetresonanztomographie/-/magnetic resonance imaging

Ein bildgebendes Verfahren, das Mediziner zur Diagnose von Fehlbildungen in unterschiedlichen Geweben oder Organen des Körpers einsetzen. Die Methode wird umgangssprachlich auch Kernspin genannt. Sie beruht darauf, dass die Kerne mancher Atome einen Eigendrehimpuls besitzen, der im Magnetfeld seine Richtung ändern kann. Diese Eigenschaft trifft unter anderem auf Wasserstoff zu. Deshalb können Gewebe, die viel Wasser enthalten, besonders gut dargestellt werden. Abkürzung: MRT.

Primärer auditorischer Cortex

Primärer auditorischer Cortex/-/primary auditory cortex

Die erste Verarbeitungsstation in der Großhirnrinde für auditive Informationen. Die primäre Hörrinde liegt in den Heschl-​Querwindungen und erhält Eingänge vom Corpus geniculatum mediale des Thalamus (größter Teil des Zwischenhirns). Sie ist tonotop organisiert – ihre Neurone sind kontinuierlich nach Frequenzen geordnet.

Emotionale Bilder beeinflussen die Hörverarbeitung

Als nächsten Schritt untersucht Antje Gerdes derzeit, ob es Wechselwirkungen zwischen den Eindrücken verschiedener Sinne gibt. Beeinflusst zum Beispiel ein Hundeknurren die Aktivität im visuellen Cortex? Oder das Bild eines lachenden Menschen die Erregung im auditiven Cortex? Dafür mussten sich Testpersonen Bilder anschauen und bekamen dabei Geräusche zu hören.

Die ersten, teilweise noch unveröffentlichten Ergebnisse zeigen: Ein Foto mit einem weinenden Gesicht führt zu einer größeren Erregung nicht nur am Ort der Sehverarbeitung, also im visuellen Cortex, sondern zusätzlich im auditiven Cortex Und das auch dann, wenn nur ein neutrales Geräusch zu hören ist. „Das ist für uns ein spektakuläres Ergebnis“, sagt Antje Gerdes. Möglicherweise führen also Emotionen unabhängig von der Art des Sinneseindrucks zu einer verstärkten Aktivität im gesamten sensorischen Cortex. So könnte eine gesteigerte Aufmerksamkeit alle Sinneswahrnehmungen betreffen. „Am stärksten ist das Signal, wenn beide Reize zusammenpassen, wenn man etwa ein lachendes Gesicht zeigt und ein Gelächter abspielt.“

Auditorischer Cortex

Auditorischer Cortex/-/auditory cortex

Der auditorische Cortex ist ein Teil des Temporallappens, der mit der Verarbeitung akustischer Signale befasst ist. Er unterteilt sich in primäre und sekundäre Hörrinde.

Emotionen

Emotionen/-/emotions

Unter „Emotionen“ verstehen Neurowissenschaftler psychische Prozesse, die durch äußere Reize ausgelöst werden und eine Handlungsbereitschaft zur Folge haben. Emotionen entstehen im limbischen System, einem stammesgeschichtlich alten Teil des Gehirns. Der Psychologe Paul Ekman hat sechs kulturübergreifende Basisemotionen definiert, die sich in charakteristischen Gesichtsausdrücken widerspiegeln: Freude, Ärger, Angst, Überraschung, Trauer und Ekel.

Cortex

Großhirnrinde/Cortex cerebri/cerebral cortex

Der Cortex cerebri, kurz Cortex genannt, bezeichnet die äußerste Schicht des Großhirns. Sie ist 2,5 mm bis 5 mm dick und reich an Nervenzellen. Die Großhirnrinde ist stark gefaltet, vergleichbar einem Taschentuch in einem Becher. So entstehen zahlreiche Windungen (Gyri), Spalten (Fissurae) und Furchen (Sulci). Ausgefaltet beträgt die Oberfläche des Cortex ca 1.800 cm2.

Aufmerksamkeit

Aufmerksamkeit/-/attention

Aufmerksamkeit dient uns als Werkzeug, innere und äußere Reize bewusst wahrzunehmen. Dies gelingt uns, indem wir unsere mentalen Ressourcen auf eine begrenzte Anzahl von Bewusstseinsinhalten konzentrieren. Während manche Stimuli automatisch unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen, können wir andere kontrolliert auswählen. Unbewusst verarbeitet das Gehirn immer auch Reize, die gerade nicht im Zentrum unserer Aufmerksamkeit stehen.

zum Weiterlesen:

  • Koelsch, S. et al: Investigating emotion with music: an fMRI study. Human Brain Mapping. 2006; 27:239 – 250 (zum Abstract).
  • Koelsch, S.: Brain and Music. Wiley-​Blackwell, 2012.
  • Plichta, M.M. et al: Auditory cortex activation is modulated by emotion: A functional near-​infrared spectroscopy (fNIRS) study. NeuroImage. 2011; 55:1200 – 1207 (zum Abstract).

Funktionelle Magnetresonanztomographie

Funktionelle Magnetresonanztomographie/-/functional magnetic resonance imaging

Eine Modifikation der Magnetresonanztomographie oder –tomografie (MRT, englisch MRI) die die Messung des regionalen Körperstoffwechsels erlaubt. In der Hirnforschung wird besonders häufig der BOLD-​Kontrast (blood oxygen level dependent) verwendet, der das unterschiedliche magnetische Verhalten sauerstoffreichen und sauerstoffarmen Bluts nutzt. Ein hoher Sauerstoffverbrauch kann mit erhöhter Aktivität korreliert werden. fMRT-​Messungen haben eine gute räumliche Auflösung und erlauben so detaillierte Information über die Aktivität eines bestimmten Areals im Gehirn.

Auditorischer Cortex

Auditorischer Cortex/-/auditory cortex

Der auditorische Cortex ist ein Teil des Temporallappens, der mit der Verarbeitung akustischer Signale befasst ist. Er unterteilt sich in primäre und sekundäre Hörrinde.

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One comment

Gabriella .. 20.01.2017
Ich denke, dass wir verschiedener Geräusche, ( Stimmen,Musik usw.) gleichzeitig warnehmen können,

Wenn aber ein Fremdes Geräusch dabei ist,richten wir unsere ganze Aufmerksamkeit auf dieses Geräusch, die uns Fremd ist. Solange, bis wir rausgefunden haben wocher es kommt. Wir können auch Krach zur Seite schieben,(wenn es nicht übermäsig laut ist, un wenn wir wissen wocher es kommt) und uns weierhin auf zb. Musik konzentrieren.

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