Freude, schöner Götterfunken

Grafikerin: Meike Ufer
Autor: Ragnar Vogt

An Weihnachten versammeln wir unsere Lieben um uns, kochen leckeres Essen und verschenken schöné Dinge. Denn wir sehnen uns nach Freude. Doch warum waren Weihnachtstage Kindertagen so viel viel glückseliger?

Wissenschaftliche Betreuung: Alfons Hamm

Veröffentlicht: 29.11.2012

Das Wichtigste in Kürze
  • Um Freude zu empfinden, müssen wir zunächst eine Situation als sicher empfinden. Die zentrale Quelle von Freude sind Menschen, die uns wichtig sind.
  • Das Gefühl der Freude gehört zu den Basisemotionen. Ein freudiger Gesichtsausdruck wird von allen Kulturen erkannt.
  • Für Glücksgefühle ist im Gehirn vor allem das Belohnungssystem verantwortlich. Es reagiert auf den Neurotransmitter Dopamin.
  • Kinder tauchen in Gefühle viel stärker ein als Erwachsene. Ihre Selbstkontrolle über Emotionen ist noch nicht so ausgeprägt.

Basisemotionen

Basisemotionen/-/basic emotions

Einige Forscher sind der Meinung, dass alle Emotionen sich aus einigen wenigen Basisemotionen zusammensetzen lassen. Diese werden auch als Primäremotionen bezeichnet. Hierzu zählen Furcht, Wut, Freude, Trauer, Vertrauen, Ekel, Überraschung und Neugierde. Primäremotionen treten infolge eines Ereignisses sehr rasch auf. Ebeno rasch können sie wieder verschwinden und komplexeren Sekundäremotionen Platz machen.

Mesolimbisches System

Mesolimbisches System/-/mesolimbic pathway

Ein System aus Neuronen, die Dopamin als Botenstoff verwenden und das entscheidend an der Entstehung positiver Gefühle beteiligt ist. Die Zellkörper liegen im unteren Tegmentums und ziehen unter anderem in die Amygdala, den Hippocampus und – besonders wichtig – den Nucleus accumbens, wo sie ihre Endköpfchen haben.

Neurotransmitter

Neurotransmitter/-/neurotransmitter

Ein Neurotransmitter ist ein chemischer Botenstoff, eine Mittlersubstanz. An den Orten der Zell-​Zellkommunikation wird er vom Senderneuron ausgeschüttet und wirkt auf das Empfängerneuron erregend oder hemmend.

Dopamin

Dopamin/-/dopamine

Dopamin ist ein wichtiger Botenstoff des zentralen Nervensystems, der in die Gruppe der Catecholamine gehört. Es spielt eine Rolle bei Motorik, Motivation, Emotion und kognitiven Prozessen. Störungen in der Funktion dieses Transmitters spielen eine Rolle bei vielen Erkrankungen des Gehirns, wie Schizophrenie, Depression, Parkinsonsche Krankheit, oder Substanzabhängigkeit.

Emotionen

Emotionen/-/emotions

Unter „Emotionen“ verstehen Neurowissenschaftler psychische Prozesse, die durch äußere Reize ausgelöst werden und eine Handlungsbereitschaft zur Folge haben. Emotionen entstehen im limbischen System, einem stammesgeschichtlich alten Teil des Gehirns. Der Psychologe Paul Ekman hat sechs kulturübergreifende Basisemotionen definiert, die sich in charakteristischen Gesichtsausdrücken widerspiegeln: Freude, Ärger, Angst, Überraschung, Trauer und Ekel.

Verändertes Belohnungssystem im Alter

Forscher um die Psychologin Karen Berman vom amerikanischen National Institute of Mental Health haben im Jahr 2008 untersucht, wie sich das Belohnungssystem im Alter verändert. Sie verglichen die Hirnaktivitäten von 25-Jährigen mit denen von 65-Jährigen. Alle Probanden konnten bei einem Spiel Geld gewinnen. Wenn sie eine finanzielle Belohnung erwarteten, zeigten sie eine deutliche Aktivität in einem Bereich des präfrontalen Cortex, der zum Belohnungssystem gehört. Bei den jungen Versuchsteilnehmern arbeitete dieses Hirnareal sehr viel stärker als bei den Alten. Nun untersuchten die Forscher auch die Konzentration von Dopamin, also dem Neurotransmitter, der entscheidend ist für die Aktivierung des Belohnungssystems. Es zeigten sich keine Unterschiede zwischen den beiden Versuchsgruppen. Im Alter schüttet man also in entsprechenden Situationen die gleiche Menge Dopamin aus, allerdings ist die Wirkung des Stoffes nicht mehr so stark.

Mesolimbisches System

Mesolimbisches System/-/mesolimbic pathway

Ein System aus Neuronen, die Dopamin als Botenstoff verwenden und das entscheidend an der Entstehung positiver Gefühle beteiligt ist. Die Zellkörper liegen im unteren Tegmentums und ziehen unter anderem in die Amygdala, den Hippocampus und – besonders wichtig – den Nucleus accumbens, wo sie ihre Endköpfchen haben.

Mesolimbisches System

Mesolimbisches System/-/mesolimbic pathway

Ein System aus Neuronen, die Dopamin als Botenstoff verwenden und das entscheidend an der Entstehung positiver Gefühle beteiligt ist. Die Zellkörper liegen im unteren Tegmentums und ziehen unter anderem in die Amygdala, den Hippocampus und – besonders wichtig – den Nucleus accumbens, wo sie ihre Endköpfchen haben.

Dopamin

Dopamin/-/dopamine

Dopamin ist ein wichtiger Botenstoff des zentralen Nervensystems, der in die Gruppe der Catecholamine gehört. Es spielt eine Rolle bei Motorik, Motivation, Emotion und kognitiven Prozessen. Störungen in der Funktion dieses Transmitters spielen eine Rolle bei vielen Erkrankungen des Gehirns, wie Schizophrenie, Depression, Parkinsonsche Krankheit, oder Substanzabhängigkeit.

Wir fiebern auf jedes Türchen hin, das wir im Adventskalender öffnen können. Wir singen „Einmal werden wir noch wach“ und ärgern uns, dass wir in Wirklichkeit noch dreimal, fünfzehnmal oder gar vierundzwanzigmal schlafen müssen, bis es endlich soweit ist. Am herbeigesehnten Heiligabend dann saugen wir jedes Detail in uns auf. Alles ist heute besonders: der Geruchsmix aus Kerzen, Gänsebraten und Zimtsternen, das Funkeln der Kugeln am Baum und das „Jauchzet, frohlocket“ des Weihnachtsoratoriums, das aus der Anlage schallt. Und gleich kommt die magische Bescherung, um die all unsere Gedanken bereits seit Wochen kreisen.

Nun, früher vielleicht, als wir Kinder waren, ja, da empfanden wir so. Heute dagegen erleben wir nur noch einen Bruchteil des Weihnachtsglücks. Natürlich lassen uns die leuchtenden Augen der Kleinsten in der Familie noch frohlocken. Aber nie wieder werden wir selbst diese absolute Weihnachtsfaszination erleben, die damals, als wir selbst noch klein waren, die Geschenke unterm Christbaum bei uns auslösten. Wie kommt das?

Auge

Augapfel/Bulbus oculi/eye bulb

Das Auge ist das Sinnesorgan zur Wahrnehmung von Lichtreizen – von elektromagnetischer Strahlung eines bestimmten Frequenzbereiches. Das für den Menschen sichtbare Licht liegt im Bereich zwischen 380 und 780 Nanometer.

Lasst uns froh und munter sein – aber bitte entspannt!

Es ist das Gefühl der Freude, nach dem sich Kinder wie Erwachsene Weihnachten sehnen. Und – Konsumterror, Familienstress und Religionsferne zum Trotz – sie stellt sich manchmal sogar wirklich ein. Freude ist eine Emotion, mit der Wissenschaftler etwas anfangen können. Sie ist zwar nicht so gut erforscht wie etwa Angst oder Wut, dennoch ist einiges darüber bekannt. Denn die übermäßige Abwesenheit von Freude macht krank, depressiv, und ihr künstliches Herbeiführen, etwa mit Drogen, macht süchtig. So gibt es genügend negativen Druck, um die Forschung darüber voranzutreiben.

„Freude braucht immer den Vergleich, wir freuen uns, weil es heute besser ist als gestern“, sagt der Sozialpsychologe Gerd Bohner von der Universität Bielefeld. „Und das ist auch ein Grund, warum wir uns an Weihnachten leichter freuen: Es ist eine besondere Zeit, herausgehoben, weil wir nicht arbeiten müssen und weg sind vom Alltag.“ Doch das allein reicht nicht, damit sich ein wohliges Gefühl ausbreitet. „Es braucht zunächst eine positive Grundstimmung, und die stellt sich ein, wenn wir eine Situation als sicher empfinden.“ Hier wird aber die klassische Weihnachtsfalle deutlich. Wir wollen unbedingt, dass alles toll wird: Die Geschenke wohl ausgewählt und mit Liebe verpackt, Weihnachtsbaum und Wohnzimmer aufwendig geschmückt, die Weihnachtskrippe muss am selben Platz stehen wie all die Jahre und auf keinen Fall darf es wieder Streit zwischen Vater und dem älteren Bruder geben. Die Wunschliste ist lang – und kann verhindern, dass wir uns entspannen.

Aber nur wenn wir loslassen, wenn wir wissen, dass wir uns zurücklehnen können, nur dann sind wir wirklich bereit für das Jauchzen und Frohlocken. Oder wenigstens für ein zufriedenes Schnauben. „Die zentrale Quelle von Freude sind Menschen, die uns wichtig sind“, sagt Gerd Bohner. „Wir sind Rudelwesen, deshalb brauchen wir das. Rituale wie Singen und gemeinsames Gänsebraten-​Essen helfen dabei, denn sie stärken die Gemeinschaft.“ Und dann ist da noch das wichtigste Ritual, dem sich wirklich nur der abgebrühteste Weihnachtsignorant widersetzt: das Schenken. „Damit versichern wir uns gegenseitig unserer Wertschätzung. Wir zeigen, dass wir zusammengehören.“

Freude überall

Wenn sich die Freude dann erst einmal einstellt, weiten sich die Pupillen und eine Reihe von Muskeln in den Wangen und um die Augen ziehen sich unwillkürlich zusammen: Wir lächeln. Diesen Gesichtsausdruck verstehen Menschen aller Kulturen. Das zeigte der US-​Psychologe Paul Ekman bereits Ende der sechziger Jahre in einer groß angelegten Studie. Egal ob ein Mitteleuropäer, ein Amazonas-​Indigena oder ein Mensch aus dem papua-​neuguinesischen Dschungel: Alle ordnen einem Foto mit einem lächelnden Menschen ein positives Gefühl zu. Auch bei fünf weiteren Gesichtsausdrücken stellt Paul Ekman eine kulturübergreifendes Verstehen fest: Bei Ekel, Ärger, Angst, Trauer und Überraschung. Wegen dieser Erkenntnis nannte der Psychologe diese Gefühle Basisemotionen. Als einzig wirklich positive gehört die Freude dazu (Die Wurzeln der Gefühle).

Sehen wir jemanden lächeln, neigen wir dazu, es ihm gleichzutun. „Freude wirkt wie auch andere Emotionen ansteckend“, sagt Gerd Bohner. „Diese emotionale Ansteckung dient auch dazu, die Gruppe zu synchronisieren.“ Und deshalb stört auch Streit zwischen den Familienmitgliedern das Gefühl von Harmonie und Geborgenheit.

Auge

Augapfel/Bulbus oculi/eye bulb

Das Auge ist das Sinnesorgan zur Wahrnehmung von Lichtreizen – von elektromagnetischer Strahlung eines bestimmten Frequenzbereiches. Das für den Menschen sichtbare Licht liegt im Bereich zwischen 380 und 780 Nanometer.

Basisemotionen

Basisemotionen/-/basic emotions

Einige Forscher sind der Meinung, dass alle Emotionen sich aus einigen wenigen Basisemotionen zusammensetzen lassen. Diese werden auch als Primäremotionen bezeichnet. Hierzu zählen Furcht, Wut, Freude, Trauer, Vertrauen, Ekel, Überraschung und Neugierde. Primäremotionen treten infolge eines Ereignisses sehr rasch auf. Ebeno rasch können sie wieder verschwinden und komplexeren Sekundäremotionen Platz machen.

Emotionen

Emotionen/-/emotions

Unter „Emotionen“ verstehen Neurowissenschaftler psychische Prozesse, die durch äußere Reize ausgelöst werden und eine Handlungsbereitschaft zur Folge haben. Emotionen entstehen im limbischen System, einem stammesgeschichtlich alten Teil des Gehirns. Der Psychologe Paul Ekman hat sechs kulturübergreifende Basisemotionen definiert, die sich in charakteristischen Gesichtsausdrücken widerspiegeln: Freude, Ärger, Angst, Überraschung, Trauer und Ekel.

Oh, du fröhliches Belohnungssystem

Aber gehen wir mal davon aus, dass der Familienstreit ausbleibt, auch sonst laufen die Feiertage ab, wie wir es uns ausgemalt haben: Die uns lieben Menschen sind um uns versammelt, allen geht es gut, die Bescherung war gelungen, das Essen ein Genuss – kurz, alle Zutaten für die erhoffte Freude sind vorhanden. Was passiert dann im Kopf? Für Glücksempfindungen ist vor allem das Belohnungssystem verantwortlich. Das Netzwerk aus verschiedenen Hirnarealen wird aktiv, wenn wir etwas überraschend Leckeres essen, wenn wir einen attraktiven Menschen sehen – oder auch wenn wir – wie an Heiligabend – eine positive soziale Situation erleben. Besonders gut erforscht ist dieses Netzwerk vor allem, weil es auch an jeder Form von Sucht beteiligt ist. Die zugehörigen Hirnareale reagieren empfindlich auf einen bestimmten Neurotransmitter: das Dopamin. Alle bekannten Drogen beeinflussen die Konzentration dieses Stoffes (Motivation zu schlechten Zeiten).

Freude ist also vergleichbar mit der Euphorie, welche durch eine Droge erzeugt werden kann – nur etwas anders dosiert: Es herrschen deutlich geringere Dopamin-​Konzentrationen als etwa nach einer Nase Kokain. Das Belohnungssystem ist so konstruiert, dass das gute Gefühl bald wieder aufhört. Ein Umstand, der überlebenswichtig ist: Schwämmen wir immer in Glückseligkeit, gäbe es keine Motivation mehr, für die Befriedigung lebenswichtiger Bedürfnisse zu sorgen. Und ab und zu bedarf es auch mal der Trauer, dem Gegengefühl zur Freude, um nicht größenwahnsinnig – Psychiater sagen: manisch – zu werden.

Das zeigte der Psychologe James Olds bereits in den 1950er Jahren. Er gab Ratten mit einer Elektrode im Gehirn die Möglichkeit, ihr eigenes Lustzentrum im Hypothalamus direkt zu stimulieren. Das ist der Ort, an dem das Belohnungssystem aktiviert wird, indem Dopamin ausgeschüttet wird. Fortan machten die Tiere nichts anderes mehr als die Elektrode auszulösen, sie gaben sich also einen Dopamin-​Kick nach dem anderen – und verhungerten. Da – glücklicherweise – auch während der Feiertage unser Glücksschalter nicht permanent angeschaltet ist, ist auch die Freude unterm Christbaum vergänglich – und so niedrig dosiert, dass niemand befürchten muss, an Weihnachtssucht zu erkranken.

Mesolimbisches System

Mesolimbisches System/-/mesolimbic pathway

Ein System aus Neuronen, die Dopamin als Botenstoff verwenden und das entscheidend an der Entstehung positiver Gefühle beteiligt ist. Die Zellkörper liegen im unteren Tegmentums und ziehen unter anderem in die Amygdala, den Hippocampus und – besonders wichtig – den Nucleus accumbens, wo sie ihre Endköpfchen haben.

Neurotransmitter

Neurotransmitter/-/neurotransmitter

Ein Neurotransmitter ist ein chemischer Botenstoff, eine Mittlersubstanz. An den Orten der Zell-​Zellkommunikation wird er vom Senderneuron ausgeschüttet und wirkt auf das Empfängerneuron erregend oder hemmend.

Dopamin

Dopamin/-/dopamine

Dopamin ist ein wichtiger Botenstoff des zentralen Nervensystems, der in die Gruppe der Catecholamine gehört. Es spielt eine Rolle bei Motorik, Motivation, Emotion und kognitiven Prozessen. Störungen in der Funktion dieses Transmitters spielen eine Rolle bei vielen Erkrankungen des Gehirns, wie Schizophrenie, Depression, Parkinsonsche Krankheit, oder Substanzabhängigkeit.

Nase

Nase/Nasus/nose

Das Riechorgan von Wirbeltieren. In der Nasenhöhle wird die Luft durch Flimmerhärchen gereinigt, im oberen Bereich liegt das Riechepithel, mit dem Gerüche aufgenommen werden.

Motivation

Motivation/-/motivation

Ein Motiv ist ein Beweggrund. Wird dieser wirksam, spürt das Lebewesen Motivation – es strebt danach, sein Bedürfnis zu befriedigen. Zum Beispiel nach Nahrung, Schutz oder Fortpflanzung.

Hypothalamus

Hypothalamus/-/hypothalamus

Der Hypothalamus gilt als das Zentrum des autonomen Nervensystems, er steuert also viele motivationale Zustände und kontrolliert vegetative Aspekte wie Hunger, Durst oder Sexualverhalten. Als endokrine Drüse (die – im Gegensatz zu einer exokrinen Drüse – ihre Hormone ohne Ausführungsgang direkt ins Blut abgibt) produziert er zahlreiche Hormone, die teilweise die Hypophyse hemmen oder anregen, ihrerseits Hormone ins Blut abzugeben. In dieser Funktion spielt er auch bei der Reaktion auf Schmerz eine wichtige Rolle und ist in die Schmerzmodulation involviert.

Leuchtende Kinderaugen und ernüchterte Erwachsene

Bleibt noch die Frage, warum wir damals als Kinder all die Rituale an Heiligabend so viel intensiver genießen konnten als heute. Eine Erklärung könnte die Gewöhnung sein: Mit vierzig hat man einfach schon sehr viele Weihnachten erlebt, mit sieben dagegen bewusst vielleicht vier. Doch das allein macht nicht den Unterschied. „Kleinkinder können noch unmittelbar in ein Gefühl eintauchen“, sagt die Entwicklungspsychologin Daniela Hosser von der Technischen Universität Braunschweig.

Aber woran liegt das? „Wenn wir Freude empfinden, beginnen wir sogleich, dieses Gefühl zu bewerten, darüber nachzudenken und uns zu kontrollieren: Ist unsere Reaktion im sozialen Rahmen? Ist sie für unsere Entwicklungsstufe angemessen? Einen Freudenschrei werden wir dann eher nicht ausstoßen.“ Es ist also der Verstand, der uns die pure Freude vermiest. Daniela Hosser sieht das nicht negativ: „Unser Sozialleben würde sehr viel schlechter funktionieren, wenn wir allen Gefühlen freien Lauf lassen würden. Bei manchen psychischen Krankheiten funktioniert die Selbstkontrolle nicht mehr, diese Patienten zeigen ihre Emotionen ungefiltert wie Kleinkinder.“ Mit anderen Worten: Wenn man nicht wie der schreiende Verrückte sein will, an dem man in der U-​Bahn verschämt vorbeiläuft, dann muss man als Erwachsener wohl auf die absolute Weihnachtsglückseligkeit der Kindertage verzichten. Dafür haben viele mit den Jahren eine neue Strategie entwickelt und freuen sich vor allem mit den glücklichen Kleinen mit.

Habituation

Habituation/-/habituation

Werden Reize wiederholt angeboten, ohne dass sie einen Effekt haben, findet eine Gewöhnung an diese Reize statt. Dadurch schwächt sich die Reaktion ab und bleibt mit der Zeit ganz aus. Es kann sogar zu einer Löschung, einer Extiktion von erlerntem Verhalten kommen.

Emotionen

Emotionen/-/emotions

Unter „Emotionen“ verstehen Neurowissenschaftler psychische Prozesse, die durch äußere Reize ausgelöst werden und eine Handlungsbereitschaft zur Folge haben. Emotionen entstehen im limbischen System, einem stammesgeschichtlich alten Teil des Gehirns. Der Psychologe Paul Ekman hat sechs kulturübergreifende Basisemotionen definiert, die sich in charakteristischen Gesichtsausdrücken widerspiegeln: Freude, Ärger, Angst, Überraschung, Trauer und Ekel.

zum Weiterlesen:

  • Dreher, J.-C. et al.: Age-​related changes in midbrain dopaminergic regulation of the human reward system. PNAS. 2008; 105(39):15106 – 15111 (zum Text).
  • Esch, T.: Die Neurobiologie des Glücks. Wie die Positive Psychologie die Medizin verändert. Thieme, 2011.
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