Was uns schlau macht

Grafikerin: Meike Ufer
Was uns schlau macht

Die Gene prägen unsere Intelligenz zu einem großen Teil. Aber auch die Umwelt hat ein Wörtchen mitzureden bei der Vergabe der geistigen Gaben, die im Laufe des Lebens einige Veränderungen durchmachen.

Wissenschaftliche Betreuung: Prof. Dr. Elsbeth Stern

Veröffentlicht: 25.03.2014

Das Wichtigste in Kürze
  • Schätzungen zur Erblichkeit von Intelligenz fallen relativ einheitlich aus. In den letzten Jahrzehnten bewegten sie sich zwischen 50 und 80 Prozent.
  • Nicht die individuelle Intelligenz selbst, sondern die in einer Gruppe gemessenen Intelligenzunterschiede gehen zu einem bestimmten Prozentsatz auf erbliche Faktoren zurück.
  • Der Einfluss der Gene nimmt mit den Jahren zu. Der wahrscheinliche Grund: Menschen suchen sich in späteren Jahren verstärkt die Bildung, die ihrem genetischen Potenzial entspricht.
  • Ein bedeutsamer Teil der Intelligenzunterschiede in unserer Gesellschaft lässt sich durch Umwelteinflüsse erklären.
  • Ein eindruckvolles Phänomen für die Veränderbarkeit von Intelligenz ist der so genannte Flynn-Effekt: Nachfolgende Geburtsjahrgänge schneiden in Intelligenztests besser ab als vorausgehende. Mögliche Gründe: verbesserte (schulische) Bildung und Ernährung.
  • Tatsächlich hat die Ernährung einen großen Einfluss auf die Hirnentwicklung.
  • Außerdem lässt sich Intelligenz auch durch kontinuierlichen und mehrjährigen Unterricht bedeutsam fördern.
  • Intelligenz verändert sich im Laufe des Lebens. In den ersten Lebensjahren sind rasante Zuwächse zu verzeichnen. In späteren Jahren lassen die meisten intellektuellen Fähigkeiten wieder nach.

Zwillingsstudien

Zwillingsstudien/-/twin studies

Zwillingspaare stellen wertvolle Studienobjekte für Humangenetiker und Psychologen dar, die herausfinden wollen, zu welchem Grad bestimmte Eigenschaften genetisch bedingt sind und welche Rolle die Umweltbedingungen spielen. Hier ist von besonderem Interesse, um wie viel ähnlicher sich eineiige Zwillinge im Vergleich zu zweieigen Zwillingen sind.

Das Ausmaß genetischer Ähnlichkeit unterscheidet sich zwischen eineiigen (100 Prozent) und zweieiigen Zwillingen. Sie leben aber in einer ähnlichen Umwelt, daher kann man aus dem Ausmaß der stärkeren Ähnlichkeit bei zweieigen im Vergleich zu eineiigen Zwillingen den genetischen Anteil von Intelligenz schätzen. In diesem Fall wurde er, je nach Studie, zwischen 50 und 80 Prozent beziffert – je nachdem, ob die Umweltunterschiede in der Population (Gesundheitsversorgung, Zugang zu Bildung) groß oder klein sind.

Gen

Gen/-/gene

Informationseinheit auf der DNA. Den Kernbestandteil eines Gens übersetzen darauf spezialisierte Enzyme in so genannte Ribonukleinsäure (RNA). Während manche Ribonukleinsäuren selbst wichtige Funktionen in der Zelle ausführen, geben andere die Reihenfolge vor, in der die Zelle einzelne Aminosäuren zu einem bestimmten Protein zusammenbauen soll. Das Gen liefert also den Code für dieses Protein. Zusätzlich gehören zu einem Gen noch regulatorische Elemente auf der DNA, die sicherstellen, dass das Gen genau dann abgelesen wird, wenn die Zelle oder der Organismus dessen Produkt auch wirklich benötigen.

Intelligenz

Intelligenz/-/intelligence

Sammelbegriff für die kognitive Leistungsfähigkeit des Menschen. Dem britischen Psychologen Charles Spearman zufolge sind kognitive Leistungen, die Menschen auf unterschiedlichen Gebieten erbringen, mit einem Generalfaktor (g-​Faktor) der Intelligenz korreliert. Demnach lasse sich die Intelligenz durch einen einzigen Wert ausdrücken. Hierzu hat u.a. der US-​Amerikaner Howard Gardner ein Gegenkonzept entwickelt, die „Theorie der multiplen Intelligenzen“. Dieser Theorie zufolge entfaltet sich die Intelligenz unabhängig voneinander auf folgenden acht Gebieten: sprachlich-​linguistisch, logisch-​mathematisch, musikalisch-​rhythmisch, bildlich-​räumlich, körperlich-​kinästhetisch, naturalistisch, intrapersonal und interpersonal.

Gen

Gen/-/gene

Informationseinheit auf der DNA. Den Kernbestandteil eines Gens übersetzen darauf spezialisierte Enzyme in so genannte Ribonukleinsäure (RNA). Während manche Ribonukleinsäuren selbst wichtige Funktionen in der Zelle ausführen, geben andere die Reihenfolge vor, in der die Zelle einzelne Aminosäuren zu einem bestimmten Protein zusammenbauen soll. Das Gen liefert also den Code für dieses Protein. Zusätzlich gehören zu einem Gen noch regulatorische Elemente auf der DNA, die sicherstellen, dass das Gen genau dann abgelesen wird, wenn die Zelle oder der Organismus dessen Produkt auch wirklich benötigen.

Zweisprachigkeit und Intelligenz

2010 werteten Wissenschaftler um den Psychologen Olusola Adesope von der Washington State University mehr als 60 Studien zum Thema Zweisprachigkeit und Intelligenz aus. Viele Studien hatten einen positiven Effekt von Zweisprachigkeit gezeigt. Vor allem exekutive Fertigkeiten scheinen davon zu profitieren. So können Menschen, die zwei Sprachen beherrschen, im Schnitt ihre Aufmerksamkeit besser kontrollieren. Eine Ursache haben Forscher ebenfalls im Verdacht: Verwendet man gerade die eine Sprache, muss man Wörter der anderen unterdrücken. Außerdem haben Studien Zweisprachigkeit mit einem verzögerten Beginn der Alzheimer-Erkrankung in Verbindung gebracht. Möglicherweise hilft Zweisprachigkeit, eine so genannte kognitive Reserve aufzubauen, mit deren Hilfe man trotz beginnender neuropathologischer Entwicklungen im Gehirn noch einige Jahre kognitiv fit bleibt.

Intelligenz

Intelligenz/-/intelligence

Sammelbegriff für die kognitive Leistungsfähigkeit des Menschen. Dem britischen Psychologen Charles Spearman zufolge sind kognitive Leistungen, die Menschen auf unterschiedlichen Gebieten erbringen, mit einem Generalfaktor (g-​Faktor) der Intelligenz korreliert. Demnach lasse sich die Intelligenz durch einen einzigen Wert ausdrücken. Hierzu hat u.a. der US-​Amerikaner Howard Gardner ein Gegenkonzept entwickelt, die „Theorie der multiplen Intelligenzen“. Dieser Theorie zufolge entfaltet sich die Intelligenz unabhängig voneinander auf folgenden acht Gebieten: sprachlich-​linguistisch, logisch-​mathematisch, musikalisch-​rhythmisch, bildlich-​räumlich, körperlich-​kinästhetisch, naturalistisch, intrapersonal und interpersonal.

Aufmerksamkeit

Aufmerksamkeit/-/attention

Aufmerksamkeit dient uns als Werkzeug, innere und äußere Reize bewusst wahrzunehmen. Dies gelingt uns, indem wir unsere mentalen Ressourcen auf eine begrenzte Anzahl von Bewusstseinsinhalten konzentrieren. Während manche Stimuli automatisch unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen, können wir andere kontrolliert auswählen. Unbewusst verarbeitet das Gehirn immer auch Reize, die gerade nicht im Zentrum unserer Aufmerksamkeit stehen.

Stillen macht smart?

Ein Baby durch Stillen zu füttern, soll die Intelligenz auf Trab bringen. So heißt es jedenfalls in den letzten Jahren immer wieder. Die Studienlage ist aber bei näherem Blick nicht eindeutig. Zwar legt eine Reihe von Untersuchungen tatsächlich eine vorteilhafte Wirkung nahe. Berücksichtigt man aber statistisch andere Faktoren wie etwa die Intelligenz der Mutter oder den Erziehungsstil, nimmt der Effekt stark ab oder löst sich gar ganz in Luft auf.

Intelligenz

Intelligenz/-/intelligence

Sammelbegriff für die kognitive Leistungsfähigkeit des Menschen. Dem britischen Psychologen Charles Spearman zufolge sind kognitive Leistungen, die Menschen auf unterschiedlichen Gebieten erbringen, mit einem Generalfaktor (g-​Faktor) der Intelligenz korreliert. Demnach lasse sich die Intelligenz durch einen einzigen Wert ausdrücken. Hierzu hat u.a. der US-​Amerikaner Howard Gardner ein Gegenkonzept entwickelt, die „Theorie der multiplen Intelligenzen“. Dieser Theorie zufolge entfaltet sich die Intelligenz unabhängig voneinander auf folgenden acht Gebieten: sprachlich-​linguistisch, logisch-​mathematisch, musikalisch-​rhythmisch, bildlich-​räumlich, körperlich-​kinästhetisch, naturalistisch, intrapersonal und interpersonal.

Kaum einer wird bestreiten, dass Menschen unterschiedlich intelligent sind. Doch bei der Frage danach, wie viel auf das Konto von Genen und wie viel auf das der Umwelt gehen, kochen die Gemüter der Öffentlichkeit regelmäßig hoch. Schließlich ist vielen der Gedanke, die Gene könnten in Sachen Intelligenz unser Schicksal sein, nicht gerade angenehm.

In der Wissenschaft geht man der uralten Frage meist mit kühlerem Kopf nach. Unter anderem mit Hilfe von Zwillingsstudien versuchen Forscher, den Einfluss von Genen und Umwelt auseinanderzudividieren. Bei solchen Untersuchungen machen sich Forscher die Tatsache zunutze, dass eineiige Zwillinge genetisch zu fast 100 Prozent, zweieiige hingegen im Schnitt nur zu 50 Prozent übereinstimmen. Die Idee dahinter ist: Wenn sich eineiige Zwillinge bei vergleichbaren familiären Verhältnissen intelligenzmäßig ähnlicher sind als zweieiige, so liegt das an ihrer größeren genetischen Übereinstimmung.

Zwar sind Zwillingsstudien immer wieder in die Kritik geraten. Doch viele Psychologen und Verhaltensgenetiker halten an ihnen und ihren Zahlen fest – durchaus mit guten Gründen. „Für die Verlässlichkeit von Zwillingsstudien spricht, dass sie und Adoptionsstudien trotz anderer Methodik zu ähnlichen Schätzungen kommen“, sagt Jens Asendorpf von der Humboldt-​Universität zu Berlin.

Die von vielen Psychologen und Verhaltensgenetikern akzeptierten Schätzungen zur Erblichkeit von Intelligenz fallen relativ einheitlich aus. In den letzten Jahrzehnten bewegten sie sich zwischen 50 und 80 Prozent. Allerdings muss man sich vor Augen führen, was das eigentlich heißt. Dem Psychologen Aljoscha Neubauer von der Universität Graz zufolge kommt es in der Öffentlichkeit immer wieder zu Missverständnissen (Inwieweit ist Intelligenz erblich?). „Sagt man etwa, 50 Prozent der Intelligenz seien erblich und 50 Prozent Ergebnis der Umwelt, denken viele Menschen: ‘Wenn jemand einen IQ von 110 hat, dann stammen 55 IQ-​Punkte von den Genen und 55 von der Umwelt.’“ Doch das sei natürlich Unsinn. So könne man nicht rechnen.

Nicht die individuelle Intelligenz selbst, sondern die in einer Gruppe gemessenen Intelligenzunterschiede gingen zu einem bestimmten Prozentsatz auf erbliche Faktoren zurück. Die Erblichkeit sage daher nichts über die geistigen Gaben von Individuen aus. Wären die Individuen einer Gruppe von der Wiege bis zur Bahre den absolut gleichen Umweltbedingungen ausgesetzt, wären natürlich alle Unterschiede theoretisch genetischer Natur. Doch könnte man sich in solch einem hypothetischen Fall einen einzelnen Menschen aus der Gruppe herausgreifen und behaupten, seine Intelligenz sei zu 100 Prozent vererbt? Wohl kaum.

Gen

Gen/-/gene

Informationseinheit auf der DNA. Den Kernbestandteil eines Gens übersetzen darauf spezialisierte Enzyme in so genannte Ribonukleinsäure (RNA). Während manche Ribonukleinsäuren selbst wichtige Funktionen in der Zelle ausführen, geben andere die Reihenfolge vor, in der die Zelle einzelne Aminosäuren zu einem bestimmten Protein zusammenbauen soll. Das Gen liefert also den Code für dieses Protein. Zusätzlich gehören zu einem Gen noch regulatorische Elemente auf der DNA, die sicherstellen, dass das Gen genau dann abgelesen wird, wenn die Zelle oder der Organismus dessen Produkt auch wirklich benötigen.

Gen

Gen/-/gene

Informationseinheit auf der DNA. Den Kernbestandteil eines Gens übersetzen darauf spezialisierte Enzyme in so genannte Ribonukleinsäure (RNA). Während manche Ribonukleinsäuren selbst wichtige Funktionen in der Zelle ausführen, geben andere die Reihenfolge vor, in der die Zelle einzelne Aminosäuren zu einem bestimmten Protein zusammenbauen soll. Das Gen liefert also den Code für dieses Protein. Zusätzlich gehören zu einem Gen noch regulatorische Elemente auf der DNA, die sicherstellen, dass das Gen genau dann abgelesen wird, wenn die Zelle oder der Organismus dessen Produkt auch wirklich benötigen.

Intelligenz

Intelligenz/-/intelligence

Sammelbegriff für die kognitive Leistungsfähigkeit des Menschen. Dem britischen Psychologen Charles Spearman zufolge sind kognitive Leistungen, die Menschen auf unterschiedlichen Gebieten erbringen, mit einem Generalfaktor (g-​Faktor) der Intelligenz korreliert. Demnach lasse sich die Intelligenz durch einen einzigen Wert ausdrücken. Hierzu hat u.a. der US-​Amerikaner Howard Gardner ein Gegenkonzept entwickelt, die „Theorie der multiplen Intelligenzen“. Dieser Theorie zufolge entfaltet sich die Intelligenz unabhängig voneinander auf folgenden acht Gebieten: sprachlich-​linguistisch, logisch-​mathematisch, musikalisch-​rhythmisch, bildlich-​räumlich, körperlich-​kinästhetisch, naturalistisch, intrapersonal und interpersonal.

Zwillingsstudien

Zwillingsstudien/-/twin studies

Zwillingspaare stellen wertvolle Studienobjekte für Humangenetiker und Psychologen dar, die herausfinden wollen, zu welchem Grad bestimmte Eigenschaften genetisch bedingt sind und welche Rolle die Umweltbedingungen spielen. Hier ist von besonderem Interesse, um wie viel ähnlicher sich eineiige Zwillinge im Vergleich zu zweieigen Zwillingen sind.

Das Ausmaß genetischer Ähnlichkeit unterscheidet sich zwischen eineiigen (100 Prozent) und zweieiigen Zwillingen. Sie leben aber in einer ähnlichen Umwelt, daher kann man aus dem Ausmaß der stärkeren Ähnlichkeit bei zweieigen im Vergleich zu eineiigen Zwillingen den genetischen Anteil von Intelligenz schätzen. In diesem Fall wurde er, je nach Studie, zwischen 50 und 80 Prozent beziffert – je nachdem, ob die Umweltunterschiede in der Population (Gesundheitsversorgung, Zugang zu Bildung) groß oder klein sind.

Gen

Gen/-/gene

Informationseinheit auf der DNA. Den Kernbestandteil eines Gens übersetzen darauf spezialisierte Enzyme in so genannte Ribonukleinsäure (RNA). Während manche Ribonukleinsäuren selbst wichtige Funktionen in der Zelle ausführen, geben andere die Reihenfolge vor, in der die Zelle einzelne Aminosäuren zu einem bestimmten Protein zusammenbauen soll. Das Gen liefert also den Code für dieses Protein. Zusätzlich gehören zu einem Gen noch regulatorische Elemente auf der DNA, die sicherstellen, dass das Gen genau dann abgelesen wird, wenn die Zelle oder der Organismus dessen Produkt auch wirklich benötigen.

Auge

Augapfel/Bulbus oculi/eye bulb

Das Auge ist das Sinnesorgan zur Wahrnehmung von Lichtreizen – von elektromagnetischer Strahlung eines bestimmten Frequenzbereiches. Das für den Menschen sichtbare Licht liegt im Bereich zwischen 380 und 780 Nanometer.

Intelligenzquotient

Intelligenzquotient (IQ)/-/intelligence quotient

Kenngröße, die das intellektuelle Leistungsvermögen eines Menschen ausdrücken soll. Entsprechende Tests zur Ermittlung der Intelligenz gehen mit dem Konzept einher, dass ein allgemeiner Generalfaktor der Intelligenz existiert, der in der Bevölkerung normal verteilt ist. Die ersten IQ-​Tests wurden Anfang des 20. Jahrhunderts von Alfred Binet entwickelt, der damit das relative Intelligenzalter von Schulkindern bestimmen wollte. Seiner Definition zufolge bezeichnet der IQ den Quotienten aus Intelligenzalter und Lebensalter multipliziert mit 100. Dies ist demnach auch der durchschnittliche IQ eines Menschen. 95 Prozent der Bevölkerung liegen mit ihren IQ-​Werten zwischen 70 und 130. Erreicht jemand einen Wert unter 70, spricht man von Intelligenzminderung, während ein Ergebnis jenseits der 130 als Hochbegabung gilt.

Genetischer Einfluss nimmt zu!

Scheinbar paradox nimmt der Einfluss der Gene mit den Jahren zu, – obwohl wir eigentlich beim Älterwerden immer länger Einflüssen der Umwelt ausgesetzt sind. „Das erklärt sich damit, dass die Umwelt immer mehr der eigenen Intelligenz angepasst wird, zumindest in westlichen Kulturen“, erläutert Jens Asendorpf. „Ein intelligentes Kind in einer mittelmäßig intelligenten Familie erhält oft nicht ausreichend Förderung. Später kann es aber doch noch die Bildung nachholen, die stärker seinem genetischen Potenzial entspricht.“

Die Gene sind in einem gewissen Sinn das Grundkapital, das jeder von uns mitbekommt. Im Leben kommt es dann darauf an, was man aus diesem Kapital macht. In unserer Gesellschaft sind Intelligenzunterschiede mindestens zur Hälfte genetisch bedingt. Das bedeutet aber auch, dass sich ein großer Teil durch Umwelteinflüsse erklären lässt. Und letztlich sagt ein hoher Erblichkeitsanteil nichts darüber aus, ob und wie stark sich ein bestimmtes Merkmal wie Intelligenz im Laufe der Entwicklung verändert und ob es sich gezielt beeinflussen lässt. Man denke nur an die Körpergröße. Sie ist sehr stark genetisch bedingt. Dennoch werden Menschen seit Jahrzehnten größer. Ein ähnlicher Trend lässt sich auch für die Intelligenz ausmachen.

Gen

Gen/-/gene

Informationseinheit auf der DNA. Den Kernbestandteil eines Gens übersetzen darauf spezialisierte Enzyme in so genannte Ribonukleinsäure (RNA). Während manche Ribonukleinsäuren selbst wichtige Funktionen in der Zelle ausführen, geben andere die Reihenfolge vor, in der die Zelle einzelne Aminosäuren zu einem bestimmten Protein zusammenbauen soll. Das Gen liefert also den Code für dieses Protein. Zusätzlich gehören zu einem Gen noch regulatorische Elemente auf der DNA, die sicherstellen, dass das Gen genau dann abgelesen wird, wenn die Zelle oder der Organismus dessen Produkt auch wirklich benötigen.

Intelligenz

Intelligenz/-/intelligence

Sammelbegriff für die kognitive Leistungsfähigkeit des Menschen. Dem britischen Psychologen Charles Spearman zufolge sind kognitive Leistungen, die Menschen auf unterschiedlichen Gebieten erbringen, mit einem Generalfaktor (g-​Faktor) der Intelligenz korreliert. Demnach lasse sich die Intelligenz durch einen einzigen Wert ausdrücken. Hierzu hat u.a. der US-​Amerikaner Howard Gardner ein Gegenkonzept entwickelt, die „Theorie der multiplen Intelligenzen“. Dieser Theorie zufolge entfaltet sich die Intelligenz unabhängig voneinander auf folgenden acht Gebieten: sprachlich-​linguistisch, logisch-​mathematisch, musikalisch-​rhythmisch, bildlich-​räumlich, körperlich-​kinästhetisch, naturalistisch, intrapersonal und interpersonal.

Gen

Gen/-/gene

Informationseinheit auf der DNA. Den Kernbestandteil eines Gens übersetzen darauf spezialisierte Enzyme in so genannte Ribonukleinsäure (RNA). Während manche Ribonukleinsäuren selbst wichtige Funktionen in der Zelle ausführen, geben andere die Reihenfolge vor, in der die Zelle einzelne Aminosäuren zu einem bestimmten Protein zusammenbauen soll. Das Gen liefert also den Code für dieses Protein. Zusätzlich gehören zu einem Gen noch regulatorische Elemente auf der DNA, die sicherstellen, dass das Gen genau dann abgelesen wird, wenn die Zelle oder der Organismus dessen Produkt auch wirklich benötigen.

Der Flynn-​Effekt

1984 erschienen zwei wissenschaftliche Aufsätze, die in der Psychologie für Aufregung sorgten. Sie stammten von dem amerikanischen Politologen James Flynn von der University of Otago im neuseeländischen Dunedin. Er ging endlich einem Phänomen systematisch nach, das eigentlich schon lange bekannt war: Gibt man einem jüngeren Jahrgang einen Jahrzehnte alten IQ-​Test, der auf einen Mittelwert von 100 Punkten normiert ist, liegt das neuere Mittel regelmäßig darüber. Damit die neuen Testpersonen im Durchschnitt wieder mit 100 Punkten abschneiden, muss man den Schwierigkeitsgrad erhöhen. Flynn kam bei seinen Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass der allgemeine IQ in den USA in gerade einmal zwei Generationen um fast 14 Punkte angestiegen sein müsse.

Zahlreiche Untersuchungen konnten mittlerweile den so genannten Flynn-​Effekt belegen: Nachfolgende Geburtsjahrgänge schneiden tatsächlich in Intelligenztests besser ab als vorausgehende. Der Zuwachs von Generation zu Generation entspricht pro Jahr rund 0,2 bis 0,4 IQ-​Punkten. Dieses Phänomen ließ sich in unterschiedlichsten Ländern beobachten, auch in Entwicklungsländern. Flynn selbst ging davon aus, dass nur die Intelligenz im engeren Sinne des IQ-​Tests zugenommen habe. Er glaubte also nicht, dass wir heute insgesamt deutlich intelligenter sind als unsere Vorfahren.

Umstritten ist auf jeden Fall, wodurch dieser Effekt ausgelöst wird. Da die Intelligenz im 20. Jahrhundert so rasant zugelegt hat, kommt die sich eher gemächlich vollziehende Veränderung des Genpools als Ursache kaum infrage. Forscher haben daher eine Reihe von Umweltfaktoren im Verdacht, die positiv zusammenwirken könnten: Zu ihnen zählt etwa die quantitativ und qualitativ verbesserte (schulische) Bildung und eine bessere Ernährung.

Intelligenzquotient

Intelligenzquotient (IQ)/-/intelligence quotient

Kenngröße, die das intellektuelle Leistungsvermögen eines Menschen ausdrücken soll. Entsprechende Tests zur Ermittlung der Intelligenz gehen mit dem Konzept einher, dass ein allgemeiner Generalfaktor der Intelligenz existiert, der in der Bevölkerung normal verteilt ist. Die ersten IQ-​Tests wurden Anfang des 20. Jahrhunderts von Alfred Binet entwickelt, der damit das relative Intelligenzalter von Schulkindern bestimmen wollte. Seiner Definition zufolge bezeichnet der IQ den Quotienten aus Intelligenzalter und Lebensalter multipliziert mit 100. Dies ist demnach auch der durchschnittliche IQ eines Menschen. 95 Prozent der Bevölkerung liegen mit ihren IQ-​Werten zwischen 70 und 130. Erreicht jemand einen Wert unter 70, spricht man von Intelligenzminderung, während ein Ergebnis jenseits der 130 als Hochbegabung gilt.

Intelligenz

Intelligenz/-/intelligence

Sammelbegriff für die kognitive Leistungsfähigkeit des Menschen. Dem britischen Psychologen Charles Spearman zufolge sind kognitive Leistungen, die Menschen auf unterschiedlichen Gebieten erbringen, mit einem Generalfaktor (g-​Faktor) der Intelligenz korreliert. Demnach lasse sich die Intelligenz durch einen einzigen Wert ausdrücken. Hierzu hat u.a. der US-​Amerikaner Howard Gardner ein Gegenkonzept entwickelt, die „Theorie der multiplen Intelligenzen“. Dieser Theorie zufolge entfaltet sich die Intelligenz unabhängig voneinander auf folgenden acht Gebieten: sprachlich-​linguistisch, logisch-​mathematisch, musikalisch-​rhythmisch, bildlich-​räumlich, körperlich-​kinästhetisch, naturalistisch, intrapersonal und interpersonal.

Nährstoffe für die Denkzentrale

Tatsächlich spielt die Ernährung für unsere Denkzentrale eine große Rolle, vor allem in der frühen Phase des Lebens. Nährstoffe regulieren die Hirnentwicklung des Nachwuchses während der Schwangerschaft und in der unmittelbaren Zeit nach der Geburt. Das sich entwickelnde Gehirn sei besonders zwischen der 24. und 42. Schwangerschaftswoche anfällig für einen Nährstoffmangel, schreibt der Neonatologe Michael Georgieff von der University of Minnesota in einer Übersichtsarbeit von 2007. Denn in dieser Zeit sei das Tempo von strukturellen Veränderungen wie der Bildung von Synapsen extrem hoch. Besonders wichtig für die Hirnentwicklung sind Nährstoffe wie Zink und Eisen, – Eisen vor allem für die Produktion von Botenstoffen und die Umhüllung von Nervenfasern mit Myelin.

Intelligenz lässt sich auch durch kontinuierlichen und mehrjährigen Unterricht bedeutsam fördern. Jeder Schulmonat bringe einen Zuwachs an kognitiver Leistungsfähigkeit, die etwa einem halben IQ-​Punkt entspreche, so der Psychologe und Begabungsforscher Detlef Rost von der Universität Marburg in seinem „Handbuch Intelligenz“. Pro Schuljahr entspricht das einer Steigerung um vier bis fünf IQ-​Punkte. Höhere Erblichkeitswerte der Intelligenz und Veränderbarkeit schließen sich eben nicht aus, schreibt Rost.

Synapse

Synapse/-/synapse

Eine Synapse ist eine Verbindung zwischen zwei Neuronen und dient deren Kommunikation. Sie besteht aus einem präsynaptischen Bereich – dem Endknöpfchen des Senderneurons – und einem postsynaptischen Bereich – dem Bereich des Empfängerneurons mit seinen Rezeptoren. Dazwischen liegt der sogenannte synaptische Spalt.

Myelin

Myelin/-/myelin

Myelin ist eine fetthaltige Substanz, die aus Gliazellen gebildet wird. Sie umhüllt die Axone (lange faserartige Fortsätze) von Nervenzellen und isoliert diese, so dass Nachrichten nicht ungehindert auf benachbarte Nervenzellen übergehen können. Zudem wird so die Signalleitung enorm beschleunigt.

Intelligenz

Intelligenz/-/intelligence

Sammelbegriff für die kognitive Leistungsfähigkeit des Menschen. Dem britischen Psychologen Charles Spearman zufolge sind kognitive Leistungen, die Menschen auf unterschiedlichen Gebieten erbringen, mit einem Generalfaktor (g-​Faktor) der Intelligenz korreliert. Demnach lasse sich die Intelligenz durch einen einzigen Wert ausdrücken. Hierzu hat u.a. der US-​Amerikaner Howard Gardner ein Gegenkonzept entwickelt, die „Theorie der multiplen Intelligenzen“. Dieser Theorie zufolge entfaltet sich die Intelligenz unabhängig voneinander auf folgenden acht Gebieten: sprachlich-​linguistisch, logisch-​mathematisch, musikalisch-​rhythmisch, bildlich-​räumlich, körperlich-​kinästhetisch, naturalistisch, intrapersonal und interpersonal.

Auf und ab

In der Tat macht die intellektuelle Leistungsfähigkeit eine ganze Reihe von Veränderungen im Laufe des Lebens durch. Von Geburt an bis zum Erwachsenenalter nimmt sie zu: in den ersten Monaten und Lebensjahren stürmisch; dann lässt das Tempo allmählich nach, bis die Zuwächse um das 20. Lebensjahr fast gänzlich zum Stillstand kommen.

Im Alter geht es dann physiologisch bedingt abwärts. (Das Gehirn in seinen reifen Jahren). Allerdings lohnt sich hier ein genauerer Blick. Zwar lässt unsere Verarbeitungsgeschwindigkeit mit den Jahren nach. Wir können etwa nicht mehr so schnell von einer Aufgabe zur anderen wechseln oder zwei Tätigkeiten annähernd gleichzeitig nachgehen. Nun gibt es aber auch eine gute Nachricht: Bestimmte Aspekte der Intelligenz wie unsere sprachlichen Fertigkeiten und unser Wissen nehmen bei entsprechender Übung zu. Menschen können sogar noch im hohen Alter eine neue Sprache lernen.

Bis zu einem gewissen Grad haben wir das Schicksal unserer Intelligenz also selbst in der Hand. Irgendwie beruhigend.

Intelligenz

Intelligenz/-/intelligence

Sammelbegriff für die kognitive Leistungsfähigkeit des Menschen. Dem britischen Psychologen Charles Spearman zufolge sind kognitive Leistungen, die Menschen auf unterschiedlichen Gebieten erbringen, mit einem Generalfaktor (g-​Faktor) der Intelligenz korreliert. Demnach lasse sich die Intelligenz durch einen einzigen Wert ausdrücken. Hierzu hat u.a. der US-​Amerikaner Howard Gardner ein Gegenkonzept entwickelt, die „Theorie der multiplen Intelligenzen“. Dieser Theorie zufolge entfaltet sich die Intelligenz unabhängig voneinander auf folgenden acht Gebieten: sprachlich-​linguistisch, logisch-​mathematisch, musikalisch-​rhythmisch, bildlich-​räumlich, körperlich-​kinästhetisch, naturalistisch, intrapersonal und interpersonal.

zum Weiterlesen:

  • Zimmer, Dieter E.: Ist Intelligenz erblich? Eine Klarstellung, Reinbek bei Hamburg 2012

Intelligenz

Intelligenz/-/intelligence

Sammelbegriff für die kognitive Leistungsfähigkeit des Menschen. Dem britischen Psychologen Charles Spearman zufolge sind kognitive Leistungen, die Menschen auf unterschiedlichen Gebieten erbringen, mit einem Generalfaktor (g-​Faktor) der Intelligenz korreliert. Demnach lasse sich die Intelligenz durch einen einzigen Wert ausdrücken. Hierzu hat u.a. der US-​Amerikaner Howard Gardner ein Gegenkonzept entwickelt, die „Theorie der multiplen Intelligenzen“. Dieser Theorie zufolge entfaltet sich die Intelligenz unabhängig voneinander auf folgenden acht Gebieten: sprachlich-​linguistisch, logisch-​mathematisch, musikalisch-​rhythmisch, bildlich-​räumlich, körperlich-​kinästhetisch, naturalistisch, intrapersonal und interpersonal.

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