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Editorial
Neurokritisches

Neurokritisches

Die Neurowissenschaft krankt am Gehirnerklärungssyndrom,
doch Erklärungen werden nicht geliefert und Versprechen nicht gehalten

Wenn des Menschen unsterbliche Seele eigentlich seine Psyche ist; die ihren Sitz im Gehirn hat; wo sich sämtliche Handlungen, Gefühle und Gedanken aus der Aktivität von Nervenzellen rekrutieren. Dann sollte die Hirnforschung einiges erklären können, was den Geisteswissenschaften in den letzten Jahrhunderten schwer zu schaffen gemacht hat. Dann wäre die Neurowissenschaft die aktuelle Leitwissenschaft. Und die eigentliche Wissenschaft vom Menschen.

Das  ist sie aber nicht und das kann sie auch gar nicht leisten – so hört man aktuell häufiger. Ausdruck einer Neuromania, nichts weiter, sei dieser Alleinerklärungsanspruch, biologistisch, einseitig und blind für die maßgeblichen Faktoren von Umwelt und Körper. Entsprechend seien wir auch nicht weitergekommen in der Erklärung des Bewusstseins. Oder bei der lange versprochenen Entwicklung wirksamer Medikamente für psychische Erkrankungen.

Was ist dran am Konflikt dieser Positionen, in dem Manifeste ausgetauscht werden wie Aufforderungen zum Duell? In dem der Ton manchmal laut wird und manche Protagonisten sogar persönlich angegangen werden. Sehen wir hier nur eine weitere Neuromode? Oder womöglich einen sehr gesunden Prozess für alle Beteiligten?

Eine Einführung in die Neurokritik gibt Christian Wolf – Neuroskeptizimus: Im Zweifel gegen den Angeklagten

Artikel
Neuroskeptizismus: Im Zweifel gegen den Angeklagten
Ob Gottesmodule im Gehirn, Liebeszentren oder Areale für unentschlossene Wähler: Die Hirnforschung möchte all das erklären, zum Teil auch mit überzogenen Ansprüchen. Das brachte eine neue Bewegung hervor: den Neuroskeptizismus.
Wann können wir die (Neuro-)Wissenschaft wieder beim Wort nehmen?
Manche Hirnforscher haben sich übernommen: ihre Versprechungen sind nicht haltbar, ihre Vorstellungen nicht erreichbar. Der Mensch ist mehr als die Summe seiner Neurone, der Reduktionismus mehr Verkaufsstrategie als Realität. Sagt Stephan Schleim.
Projekt unterschätzt, aber auf Kurs
Ja, die Hirnforschung hat Probleme. Doch es sind weniger, als der Neuroskeptizismus verbreitet. Und es ist einfach, ein solch enormes Projekt wie das Verstehen des Gehirns nach 30%, vielleicht aber auch erst nach 5% der Strecke zu kritisieren.
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3D-Gehirn