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Neocortex
Der Neocortex ist der stammesgeschichtlich jüngste Teil der Großhirnrinde. Da er relativ gleichförmig in sechs Schichten aufgebaut ist, spricht man auch vom Isocortex.
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Netzhaut
Die Netzhaut oder Retina ist die innere mit Pigmentepithel besetzte Augenhaut. Die Retina zeichnet sich durch eine inverse (umgekehrte) Anordnung aus: Licht muss erst mehrere Schichten durchdringen, bevor es auf die Fotorezeptoren (Zapfen und Stäbchen) trifft. Die Signale der Fotorezeptoren werden über den Sehnerv in verarbeitende Areale des Gehirns weitergeleitet. Grund für die inverse Anordnung ist die entwicklungsgeschichtliche Entstehung der Netzhaut, es handelt sich um eine Ausstülpung des Gehirns.Die Netzhaut ist ca 0,2 bis 0,5 mm dick.
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Neurodegeneration
Sammelbegriff für Krankheiten, in deren Verlauf Nervenzellen sukzessive ihre Struktur oder Funktion verlieren, bis sie teilweise sogar daran zugrunde gehen. Vielfach sind falsch gefaltete Proteine der Auslöser – wie etwa bestimmte Formen der Eiweiße Beta-Amyloid und Tau im Falle von Alzheimer. Bei anderen Krankheiten, beispielsweise bei Parkinson oder Chorea Huntington, werden Proteine innerhalb der Neurone nicht richtig abgebaut. In der Folge lagern sich dort toxische Aggregate ab, was zu den jeweiligen Krankheitserscheinungen führt. Während Chorea Huntington eindeutig genetisch bedingt ist, scheint es bei Parkinson und Alzheimer allenfalls bestimmte Ausprägungsformen von Genen zu geben, welche ihre Entstehung begünstigen. Keine dieser neurodegenerativen Erkrankungen kann bisher geheilt werden.
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Neuroenhancement
Beim Neuroenhancement geht es darum, die kognitive Leistung zu verbessern. Dazu werden Medikamente gegen Demenz, Hyperaktivität oder Narkolepsie von Gesunden eingenommen, mit dem Ziel besser zu lernen, aufmerksamer oder länger wach und aktiv zu sein. Neben den ethischen Fragen, die sich dadurch ergeben, ist auch medizinisch umstritten, ob diese Selbstmedikation überhaupt funktioniert und was die längerfristigen Folgen sein könnten.
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Neurofibrillen
Als Neurofibrillen bezeichnet man in Nervenzellen feine faserige Strukturen, die überwiegend aus Neurofilamenten (einer Form der Intermediärfilamente) sowie weiteren Komponenten des Zytoskeletts bestehen. Sie verlaufen in Bündeln durch den Zellkörper und die Fortsätze von Neuronen und tragen wesentlich zur Stabilisierung und Formgebung der Nervenzelle bei. Bereits im frühen Embryo treten sie als charakteristische Merkmale von Neuronen auf. Bei der Alzheimer-Erkrankung kommt es zu tiefgreifenden Veränderungen zytoskelettaler Strukturen: Das Protein Tau, das normalerweise Mikrotubuli stabilisiert, wird übermäßig phosphoryliert, löst sich von den Mikrotubuli und lagert sich zu den typischen Neurofibrillären Tangles (fibrillären Bündeln) zusammen. Diese sind ein zentrales pathologisches Kennzeichen der Erkrankung.
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Neurohypophyse
Die Neurohypophyse ist der hintere Lappen der Hypophyse. In ihr werden die im Hypothalamus gebildeten Hormone Oxytocin und Vasopressin gespeichert und bei Bedarf ins Blut abgegeben.
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Neuromarketing
Ein recht junges, interdisziplinäres Forschungsgebiet im Bereich der Marktforschung, das auf den Erkenntnissen der Neuroökonomie aufbaut – und nicht ganz unumstritten ist. Das Konzept des Neuromarketings basiert auf der Annahme, dass Kunden Kaufentscheidungen in erster Linie auf Grund unbewusster emotionaler Reaktionen treffen. Neuromarketing untersucht diese Reaktionen mithilfe neurophysiologischer Messmethoden, um besser zu verstehen, wie Konsumenten auf Produkte, Werbung und Verkaufsumgebungen reagieren – um diese und damit auch die Kaufentscheidungen am point of sale (dem Laden) mit Maßnahmen wie Musik oder Duftstoffen zu beeinflussen.
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Neuron
Ein Neuron ist eine spezialisierte Zelle des Nervensystems, die auf die Verarbeitung und Übertragung von Informationen spezialisiert ist. Es empfängt Signale über seine Dendriten und leitet sie über das Axon weiter. Die Weiterleitung erfolgt innerhalb des Neurons elektrisch und zwischen Neuronen meist chemisch über Synapsen.
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Neuronale Repräsentation
In verschiedenen Teilen des Gehirns befinden sich nicht nur Repräsentationen der Sinnessysteme, sondern auch von Objekten wie z. B. Gesichtern. Bei der Repräsentation des Raumes scheinen so genannte Ortszellen (place cells) im Hippocampus eine wichtige Rolle zu spielen. Jede Ortszelle repräsentiert einen bestimmten Ort in der Umwelt und wird aktiv, wenn sich ihr Besitzer an diesem Ort befindet. Eine weitere Gruppe von Neuronen, die Gitterzellen (grid cells), feuern in einem regelmäßigen, hexagonalen Muster, das als metrisches Gitter der Umgebung interpretiert wird. Dieses Gitter liefert eine Art Koordinatensystem, das die Ortszellen für die Kodierung des Ortes nutzen können.
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Neuronendoktrin
Die Neuronendoktrin bildet die Grundlage für unser heutiges Verständnis des Nervensystems. Demnach besteht das Gehirn nicht aus einem einzigen, zusammenhängenden Nervennetz, sondern aus individuellen Nervenzellen, die über Kontaktstellen miteinander kommunizieren. Dies entdeckte der Spanier Santiago Ramón y Cajal Ende des 19. Jahrhunders, als er Nervenzellpräparate von Hühnern und Säugetieren anfärbte. Er nutzte dabei eine Färbetechnik, die Camillo Golgi entwickelt hatte. Für ihre Leistung durften sich die beiden – dummerweise zerstrittenen – Forscher im Jahr 1906 den Medizin-Nobelpreis teilen.
