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Großmutterneuron
Anspielung auf ein mittlerweile überholtes Modell aus der Lernpsychiologie. Den Begriff dachte sich der polnische Neurophysiologe Jerzy Konorski in den 1960er-Jahren aus. Er stellte sich vor, dass ein bestimmter kognitiver Vorgang im Gehirn – etwa der Gedanken an die eigene Großmutter – stets mit der Aktivität ein– und desselben Neurons verknüpft ist. Wie Wissenschaftler mittlerweile herausgefunden haben, ist das Ganze aber etwas komplizierter: Erinnerungen werden durch ein räumliches und zeitliches Muster von Aktionspotenzialen unterschiedlicher Nervenzellen generiert.
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Gustatorischer Cortex
Hier bearbeitet das Gehirn Informationen, die von den Geschmacksrezeptoren ausgehen. Werden diese stimuliert, geben die Sinneszellen in den Geschmacksknospen über verschiedene Zwischenstationen ein Signal an den Thalamus. Der Thalamus leitet dieses Signal wiederum an den Insellappen weiter. Hier liegt der primäre gustatorische Cortex, der die Informationen der Geschmacksbahnen mit weiteren Sinneseindrücken kombiniert. Das kombinierte Datenpaket gibt der primäre gustatorische Cortex anschließend an sein sekundäres Pendant weiter. Dieses befindet sich im orbifrontalen Cortex, wo auch die Endverarbeitung der Geruchsinformationen stattfindet.
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Gyrus angularis
Der Gyrus angularis ist Teil des Großhirns und wird zum Parietallappen gezählt. Er liegt aber anatomisch an der Schnittstelle von Temporal-, Occipital– und Parietallappen. Funktional werden hier Seh– und Höreindrücke integriert, zudem ist er an Schreiben, Lesen und Rechnen beteiligt.
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Gyrus cinguli
Der Gyrus cinguli ist ein wichtiger Teil des limbischen Systems im Großhirn. Dieser Cortexstreifen verläuft medial im Großhirn, direkt oberhalb des Corpus callosum entlang. Er ist u.a. beteiligt an Emotionen und Gedächtnis. Über seine Verbindungen zu limbischen und autonomen Zentren kann er zudem autonome Reaktionen (z. B. Herzfrequenz, Blutdruck) beeinflussen. Speziell der anteriore (vordere) Bereich wird zudem mit Aufmerksamkeit, Motivation, Fehlerüberwachung und Emotionsregulation in Verbindung gebracht.
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Gyrus dentatus
Der Gyrus dentatus ist ein Teil und die „Eingangsstation“ des Hippocampus. Er erhält über den entorhinalen Cortex unterschiedliche sensorische Eingänge aus dem Cortex (Großhirnrinde). Seine dicht gepackten Körnerzellen, die in der sogenannten granulären Schicht zu finden sind, projizieren fast ausschließlich zu der Ammonshornregion CA3.
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Gyrus fusiformis
Der Gyrus fusiformis liegt im inferioren, also inneren Temporallappen und spielt eine wichtige Rolle bei der Erkennung von Objekten. Im rechten Gyrus fusiformis wird die Gesichtserkennung vermutet, weshalb diese Struktur auch als fusiformes Gesichtsareal bezeichnet wird.
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Gyrus parahippocampalis
Der Gyrus parahippocampalis verläuft im unteren, inneren Temporallappen entlang des Hippocampus. Sein anteriorer Teil wird vom entorhinalen Cortex überzogen. Er ist mit zahlreichen Arealen der Großhirnrinde verbunden und projiziert seinerseits an den Hippocampus, als dessen Tor er auch gilt. Damit ist er unter anderem an der Verfestigung von expliziten Gedächtnisinhalten beteiligt. Darüber hinaus enthält der posterior gelegene Teil des Gyrus parahippocampalis das sogenannte parahippocampale Areal (Parahippocampal Place Area, PPA), das besonders auf komplexe visuelle Szenen wie Räume, Landschaften oder Straßen reagiert und damit eine wichtige Rolle bei der räumlichen Orientierung und Ortserkennung spielt.
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Haarzellen
Sinneszellen des Innenohres, die sich im Corti-Organ und in den Bogengängen befinden. Die Haarzellen im Corti-Organ sind für die Transduktion (Umwandlung) der Schwingungen in elektrische Potentiale zuständig. Jede dieser Sinneszellen besitzt unterschiedliche lange, haarähnliche Ausstülpungen, die Stereozilien. Diese sind miteinander verbunden. Die Bewegung dieser Stereozilien durch die Schwingungen ist der eigentliche Schlüssel in der Signaltransduktion der Haarsinneszellen.
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Habenulae
Die Habenulae – wörtlich übersetzt die Zügel – sind Teil des Epithalamus (der ein Teil des Zwischenhirns ist) und primär an der Modulation von Monoamin-Neurotransmittern (Dopamin, Serotonin) beteiligt.
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Habituation
Werden Reize wiederholt angeboten, ohne dass sie einen Effekt haben, findet eine Gewöhnung an diese Reize statt. Dadurch schwächt sich die Reaktion ab und bleibt mit der Zeit ganz aus.
