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Antagonist
Aufgrund des Schlüssel-Schloss-Prinzips können Transmitter (Botenstoffe) jeweils nur an bestimmte Rezeptoren binden. Ein Antagonist kann diesem Transmitter so ähnlich sein, dass er an diesen Rezeptor binden kann. Er verhindert so, dass der eigentliche Transmitter den Rezeptor aktivieren und so wirksam werden kann. Weiterhin gibt es Antagonisten, die nicht direkt am Rezeptor binden, jedoch das „Schloss“, also den Rezeptor so verändern, dass der Schlüssel nicht mehr passt.
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Anteriorer cingulärer Cortex
Der vordere Bereich des cingulären Cortex (Gyrus cinguli oder cingulärer Gyrus) spielt nicht nur bei autonomen Funktionen wie Blutdruck- und Herzschlagregulation eine Rolle, sondern auch bei rationalen Vorgängen wie der Entscheidungsfindung. Zudem ist dieser Hirnbereich in emotionale Prozesse involviert, beispielsweise in die Kontrolle von Impulsen. Anatomisch zeichnet sich der anteriore cinguläre Cortex (ACC) dadurch aus, dass er eine große Zahl von Spindelneuronen besitzt. Diese speziellen Nervenzellen haben eine lange, spindelförmige Struktur und wurden bisher nur bei Säugetieren wie Primaten, Elefanten sowie einigen Wal- und Delfinarten gefunden. Spindelneuronen tragen zu höheren sozialen und emotionalen Prozessen wie Selbstwahrnehmung, Empathie und schnellen emotionalen Entscheidungen bei. Bei der Schmerzwahrnehmung wird er insbesondere mit der affektiven Schmerzkomponente in Verbindung gebracht – inklusive sozialem Schmerz, wie er durch Ausgrenzung erlebt wird.
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Anterograde Amnesie
Eine Form der Gedächtnisstörung, bei der die Bildung eines Neugedächtnisses – also der Speicherung neuer Informationen – ab dem Zeitpunkt der Schädigung nicht mehr möglich ist. Erinnerungen aus der Zeit davor können nach wie vor abgerufen werden. Betroffene vergessen meist auch ihre Vergesslichkeit.
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Apraxie
Schwierigkeit, eine zielgerichtete Bewegung auszuführen, wie das Greifen eines Glases oder das Schneiden mit der Schere. Je nach Form der Apraxie können aber auch die Sprache oder die Mimik betroffen sein. Ursache ist nicht Muskelschwäche oder Lähmung, sondern die Schädigung eines oder mehrerer Hirnareale, z.B. als Folge eines Schlaganfalls. In anderen Fällen ist sie hingegen bereits angeboren.
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Arbeitsgedächtnis
Eine Form des Gedächtnisses, häufig synonym mit dem Begriff "Kurzzeitgedächtnis" genutzt. Viele Theoretiker unterscheiden beide Konzepte jedoch klar, mit Hinblick auf die Manipulation von Informationen im Arbeitsgedächtnis. Es hält Informationen zeitweise aufrecht, beinhaltet gerade aufgenommene Informationen und Gedächtnisinhalte aus dem Langzeitgedächtnis, die mit den neuen Informationen in Verbindung gebracht werden. Im Modell von Alan Baddeley und Graham Hitch beinhaltet es eine zentrale Exekutive, eine phonologische Schleife, einen episodischen Puffer und ein visuell-räumliches Notizbuch.
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Archicortex
Eine entwicklungsgeschichtlich alte Struktur des Großhirns, die im Gegensatz zum Isocortex (auch Neocortex genannt) dreischichtig aufgebaut ist. Zum Archicortex gehören hauptsächlich die hippocampalen Strukturen.
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Area F5
Ein Teil des ventralen prämotorischen Cortex, der sich im Stirnlappen des Säugetierhirns befindet. Die Nervenzellen in dieser Hirnregion sind an Planung und Organisation von zielgerechten Bewegungen beteiligt, v.a. von Mund und Hand-/Greifbewegungen. Der Area F5 kommt zudem historische Bedeutung zu: Hier stießen Forscher bei Makaken zum ersten Mal auf Spiegelneurone – jene Nervenzellen im Gehirn von Primaten, die genauso feuern, wenn ihre Besitzer eine Handlung beobachten, wie wenn sie diese selbst durchführen.
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Area praepiriformis
Die Area praepiriformis ist ein Teil des piriformen Cortex im ventralen Temporallappen und gehört zum primären olfaktorischen Cortex, also der primären Riechrinde. Sie enthält unter anderem Eingänge aus dem Riechkolben (Bulbus olfactorius) und ist daher an der ersten kortikalen Verarbeitung von Geruchsreizen beteiligt.
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Asomatognosie
Asomatognosie bedeutet wörtlich ein „Nichtwissen“ um den eigenen Körper. Der Begriff bezeichnet den Verlust der Wahrnehmung oder des Gefühls der Zugehörigkeit eigener Körperteile. Eine Asomatognosie entsteht meist durch eine Schädigung des rechten Parietallappens, entsprechend ist meist die linke Körperseite betroffen.
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Assoziationscortex
Teile des Großhirns, die nicht den primären und sekundären Arealen für sensorische Verarbeitung und Motorik zugeordnet werden. Sie liegen überwiegend im Neocortex, integrieren Informationen mehrerer Quellen, sind Mittelpunkt Thalamocorticaler und cortico-corticaler Netzwerke und sind funktionell nicht eindeutig abgrenzbar.
