Der Gyrus parahippocampalis
Der Gyrus parahippocampalis ist mit zahlreichen Arealen des Cortex verschaltet. Er bildet das Tor für alle Signale, die zum Hippocampus gelangen sollen. Umso schlimmer, wenn dieser Bereich geschädigt wird. Wie zum Beispiel durch Morbus Alzheimer.
Wissenschaftliche Betreuung: Prof. Dr. Horst-Werner Korf
Veröffentlicht: 28.11.2025
Niveau: schwer
Der Gyrus parahippocampalis ist die „Schnittstelle“, über die hinweg der Hippocampus mit dem Isocortex in Verbindung steht. Schäden an dieser Stelle führen zu gravierenden Gedächtnisstörungen.
Gyrus parahippocampalis
Gyrus parahippocampalis/-/parahippocampal cortex
Der Gyrus parahippocampalis verläuft im unteren, inneren Temporallappen entlang des Hippocampus. Sein anteriorer Teil wird vom entorhinalen Cortex überzogen. Er ist mit zahlreichen Arealen der Großhirnrinde verbunden und projiziert seinerseits an den Hippocampus, als dessen Tor er auch gilt. Damit ist er unter anderem an der Verfestigung von expliziten Gedächtnisinhalten beteiligt. Darüber hinaus enthält der posterior gelegene Teil des Gyrus parahippocampalis das sogenannte parahippocampale Areal (Parahippocampal Place Area, PPA), das besonders auf komplexe visuelle Szenen wie Räume, Landschaften oder Straßen reagiert und damit eine wichtige Rolle bei der räumlichen Orientierung und Ortserkennung spielt.
Hippocampus
Hippocampus/Hippocampus/hippocampual formatio
Der Hippocampus ist der größte Teil des Archicortex und ein Areal im Temporallappen. Er ist zudem ein wichtiger Teil des limbischen Systems. Funktional ist er an Gedächtnisprozessen, aber auch an räumlicher Orientierung und Lernen beteiligt. Er umfasst das Subiculum, den Gyrus dentatus und das Ammonshorn mit seinen vier Feldern CA1-CA4.
Veränderungen in der Struktur des Hippocampus durch Stress werden mit Schmerzchronifizierung in Zusammenhang gebracht. Der Hippocampus spielt auch eine wichtige Rolle bei der Verstärkung von Schmerz durch Angst.
In einer Studie aus dem Jahr 2009, veröffentlicht im Journal of Neuroscience, untersuchte Taylor Schmitz von der Universität von Toronto den Zusammenhang zwischen Stimmung und Wahrnehmung. Dazu zeigte er seinen Probanden erst emotionale Bilder – entweder angenehme oder unangenehme. Dann zeigten die Forscher Bilder mit Gesichtern im Zentrum und Häusern im Hintergrund. Hier sollten die Probanden angeben, welches Geschlecht das Gesicht hat. Währenddessen wurde mittels bildgebender Verfahren die Gehirnaktivität in einem Bereich des Gyrus parahippocampalis aufgezeichnet, die als Parahippocampal Place Area, kurz PPA bekannt ist.
Wer unangenehme Bilder gesehen hatte und daher getrübter Stimmung war, bei dem blieb die PPA vergleichsweise stumm. Wer jedoch Bilder von Kleinkindern und Hundewelpen gesehen hatte, also positiver Gemütsverfassung war, dessen PPA war sehr aktiv. Schmitz und Kollegen sehen darin die Bestätigung einer Alltagserfahrung: wer guter Stimmung ist, dessen Gesichtsfeld erweitert sich – er nimmt mehr Details wahr. Schlechte Stimmung dagegen sorgt für einen Tunnelblick.
Wahrnehmung
Wahrnehmung/Perceptio/perception
Der Begriff beschreibt den komplexen Prozess der Informationsgewinnung und –verarbeitung von Reizen aus der Umwelt sowie von inneren Zuständen eines Lebewesens. Das Gehirn kombiniert die Informationen, die teils bewusst und teils unbewusst wahrgenommen werden, zu einem subjektiv sinnvollen Gesamteindruck. Wenn die Daten, die es von den Sinnesorganen erhält, hierfür nicht ausreichen, ergänzt es diese mit Erfahrungswerten. Dies kann zu Fehlinterpretationen führen und erklärt, warum wir optischen Täuschungen erliegen oder auf Zaubertricks hereinfallen.
Gyrus parahippocampalis
Gyrus parahippocampalis/-/parahippocampal cortex
Der Gyrus parahippocampalis verläuft im unteren, inneren Temporallappen entlang des Hippocampus. Sein anteriorer Teil wird vom entorhinalen Cortex überzogen. Er ist mit zahlreichen Arealen der Großhirnrinde verbunden und projiziert seinerseits an den Hippocampus, als dessen Tor er auch gilt. Damit ist er unter anderem an der Verfestigung von expliziten Gedächtnisinhalten beteiligt. Darüber hinaus enthält der posterior gelegene Teil des Gyrus parahippocampalis das sogenannte parahippocampale Areal (Parahippocampal Place Area, PPA), das besonders auf komplexe visuelle Szenen wie Räume, Landschaften oder Straßen reagiert und damit eine wichtige Rolle bei der räumlichen Orientierung und Ortserkennung spielt.
Gesichtsfeld
Gesichtsfeld /-/field of view
Der Bereich der Außenwelt, der bei ruhiger Kopfhaltung und geradem Blick wahrgenommen werden kann. Beim Menschen beträgt er in der Horizontalen ca. 180°, davon sind etwa 120°–140° binokular; in der Vertikalen beträgt er ca. 135°. Hasen erreichen durch ihre seitlich gestellten Augen 360°, wobei das binokulare Gesichtsfeld – also die Schnittmenge beider Augen – nur 30° umfasst.
Im Gyrus parahippocampalis gibt es aber auch ganz spezifische Funktionen, wie sich bei Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren zeigt. So herrscht in seinem vorderen Bereich Aktivität, wenn es um Orte und Häuser, um räumliche Anordnung und Hintergrund geht. Dieses Gebiet wird daher als Parahippocampal Place Area (PPA) bezeichnet.
Gyrus parahippocampalis
Gyrus parahippocampalis/-/parahippocampal cortex
Der Gyrus parahippocampalis verläuft im unteren, inneren Temporallappen entlang des Hippocampus. Sein anteriorer Teil wird vom entorhinalen Cortex überzogen. Er ist mit zahlreichen Arealen der Großhirnrinde verbunden und projiziert seinerseits an den Hippocampus, als dessen Tor er auch gilt. Damit ist er unter anderem an der Verfestigung von expliziten Gedächtnisinhalten beteiligt. Darüber hinaus enthält der posterior gelegene Teil des Gyrus parahippocampalis das sogenannte parahippocampale Areal (Parahippocampal Place Area, PPA), das besonders auf komplexe visuelle Szenen wie Räume, Landschaften oder Straßen reagiert und damit eine wichtige Rolle bei der räumlichen Orientierung und Ortserkennung spielt.
An seiner inneren Unterfläche trägt der Temporallappen eine Windung, die nach ihrer unmittelbaren Nachbarschaft benannt ist: Sie liegt gleich neben („para-“) dem Hippocampus und wird deshalb als Gyrus parahippocampalis bezeichnet. Doch dieser Gyrus liegt nicht nur daneben, er geht nahtlos in den Hippocampus, genauer: in dessen Subiculum über. Die Rindenschicht, die den Gyrus parahippocampalis überzieht, nennt man den „entorhinalen Cortex“, und beide Begriffe werden oft auch synonym verwendet. Entorhinaler Cortex — das heißt so viel wie der „Mittendrin-im-Riechen-Cortex“. Tatsächlich wird dieses Areal bei vielen Tieren von Fasern aus den Bulbi olfactorii beherrscht, den Riechkolben also. Daher der Name. Beim Menschen ist das aber nicht der Fall.
Temporallappen
Temporallappen/Lobus temporalis/temporal lobe
Der Temporallappen ist einer der vier Großhirnlappen und ist lateral (seitlich) unten gelegen. Er enthält wichtige Areale wie den auditiven Cortex und Teile des Wernicke-Zentrums sowie Areale für höhere visuelle Verarbeitung; in seiner Tiefe liegt der mediale Temporallappen mit Strukturen wie dem Hippocampus.
Hippocampus
Hippocampus/Hippocampus/hippocampual formatio
Der Hippocampus ist der größte Teil des Archicortex und ein Areal im Temporallappen. Er ist zudem ein wichtiger Teil des limbischen Systems. Funktional ist er an Gedächtnisprozessen, aber auch an räumlicher Orientierung und Lernen beteiligt. Er umfasst das Subiculum, den Gyrus dentatus und das Ammonshorn mit seinen vier Feldern CA1-CA4.
Veränderungen in der Struktur des Hippocampus durch Stress werden mit Schmerzchronifizierung in Zusammenhang gebracht. Der Hippocampus spielt auch eine wichtige Rolle bei der Verstärkung von Schmerz durch Angst.
Gyrus parahippocampalis
Gyrus parahippocampalis/-/parahippocampal cortex
Der Gyrus parahippocampalis verläuft im unteren, inneren Temporallappen entlang des Hippocampus. Sein anteriorer Teil wird vom entorhinalen Cortex überzogen. Er ist mit zahlreichen Arealen der Großhirnrinde verbunden und projiziert seinerseits an den Hippocampus, als dessen Tor er auch gilt. Damit ist er unter anderem an der Verfestigung von expliziten Gedächtnisinhalten beteiligt. Darüber hinaus enthält der posterior gelegene Teil des Gyrus parahippocampalis das sogenannte parahippocampale Areal (Parahippocampal Place Area, PPA), das besonders auf komplexe visuelle Szenen wie Räume, Landschaften oder Straßen reagiert und damit eine wichtige Rolle bei der räumlichen Orientierung und Ortserkennung spielt.
Subiculum
Subiculum/Subiculum/subiculum
Das Übergangsgebiet zwischen Ammonshorn und dem entorhinalen Cortex wird als Subiculum bezeichnet.
Cortex
Großhirnrinde/Cortex cerebri/cerebral cortex
Cortex bezeichnet eine Ansammlung von Neuronen, typischerweise in Form einer dünnen Oberfläche. Meist ist allerdings der Cortex cerebri gemeint, die äußerste Schicht des Großhirns. Sie ist 2,5 mm bis 5 mm dick und reich an Nervenzellen. Die Großhirnrinde ist stark gefaltet, vergleichbar einem Taschentuch in einem Becher. So entstehen zahlreiche Windungen (Gyri), Spalten (Fissurae) und Furchen (Sulci). Ausgefaltet beträgt die Oberfläche des Cortex ca 1.800 cm2.
Aufbau und Erscheinung
Der entorhinale Cortex gehört zu den so genannten Allocortices, zeigt also nicht den typischen sechsschichtigen Aufbau des Isocortex, der den größten Teil der Hemisphären bedeckt. Er ist allerdings keineswegs einfacher, sondern eher komplizierter geschichtet als der Isocortex: Manche Autoren beschreiben mehr als 10 Schichten. Charakteristisch für ihn sind Zellwolken – oder auch Zellinseln –, die sich gleich unter der Oberfläche finden.
Cortex
Großhirnrinde/Cortex cerebri/cerebral cortex
Cortex bezeichnet eine Ansammlung von Neuronen, typischerweise in Form einer dünnen Oberfläche. Meist ist allerdings der Cortex cerebri gemeint, die äußerste Schicht des Großhirns. Sie ist 2,5 mm bis 5 mm dick und reich an Nervenzellen. Die Großhirnrinde ist stark gefaltet, vergleichbar einem Taschentuch in einem Becher. So entstehen zahlreiche Windungen (Gyri), Spalten (Fissurae) und Furchen (Sulci). Ausgefaltet beträgt die Oberfläche des Cortex ca 1.800 cm2.
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Verbindungen und Funktionen
Der entorhinale Cortex ist mit sämtlichen Assoziationszentren des Isocortex und dazu mit den olfaktorischen Gebieten des Temporallappens und der Amygdala reziprok verbunden. Er schickt seinerseits ein massives Faserbündel – den durchbohrenden Trakt, den Tractus perforans — in die benachbarte Hippocampusformation. Man könnte also sagen, dass der entorhinale Cortex für den Hippocampus das ist, was der Thalamus für den Isocortex ist: das „Tor“, das „Nadelöhr“, durch das alles hindurchmuss, was zum Hippocampus gelangen soll. Wird dieses Nadelöhr zu eng, das Tor verschlossen, dann wird der Hippocampus sozusagen vom Neocortex abgeklemmt – mit gravierenden Folgen.
Beim allbekannten Morbus Alzheimer – der im entorhinalen Cortex beginnt, sich dann aber über fast das gesamte Gehirn ausbreitet – passiert anfänglich nämlich genau das: Die Neurone des entorhinalen Cortex, die den Tractus perforans bilden, gehen als erste unter. Daraus resultieren amnestische Syndrome: Neue Gedächtnisinhalte können nicht mehr gebildet, bereits vorhandene nicht mehr abgerufen werden.
Cortex
Großhirnrinde/Cortex cerebri/cerebral cortex
Cortex bezeichnet eine Ansammlung von Neuronen, typischerweise in Form einer dünnen Oberfläche. Meist ist allerdings der Cortex cerebri gemeint, die äußerste Schicht des Großhirns. Sie ist 2,5 mm bis 5 mm dick und reich an Nervenzellen. Die Großhirnrinde ist stark gefaltet, vergleichbar einem Taschentuch in einem Becher. So entstehen zahlreiche Windungen (Gyri), Spalten (Fissurae) und Furchen (Sulci). Ausgefaltet beträgt die Oberfläche des Cortex ca 1.800 cm2.
Amygdala
Amygdala/Corpus amygdaloideum/amygdala
Ein wichtiges Kerngebiet im Temporallappen, welches mit Emotionen in Verbindung gebracht wird: es bewertet den emotionalen Gehalt einer Situation und reagiert besonders auf Bedrohung. In diesem Zusammenhang wird sie auch durch Schmerzreize aktiviert und spielt eine wichtige Rolle in der emotionalen Bewertung sensorischer Reize. Darüber hinaus ist sie an der Verknüpfung von Emotionen mit Erinnerungen, der emotionalen Lernfähigkeit sowie an sozialem Verhalten beteiligt. Die Amygdala – zu Deutsch Mandelkern – wird zum limbischen System gezählt.
Hippocampus
Hippocampus/Hippocampus/hippocampual formatio
Der Hippocampus ist der größte Teil des Archicortex und ein Areal im Temporallappen. Er ist zudem ein wichtiger Teil des limbischen Systems. Funktional ist er an Gedächtnisprozessen, aber auch an räumlicher Orientierung und Lernen beteiligt. Er umfasst das Subiculum, den Gyrus dentatus und das Ammonshorn mit seinen vier Feldern CA1-CA4.
Veränderungen in der Struktur des Hippocampus durch Stress werden mit Schmerzchronifizierung in Zusammenhang gebracht. Der Hippocampus spielt auch eine wichtige Rolle bei der Verstärkung von Schmerz durch Angst.
Neocortex
Neocortex/-/neocortex
Der Neocortex ist der stammesgeschichtlich jüngste Teil der Großhirnrinde. Da er relativ gleichförmig in sechs Schichten aufgebaut ist, spricht man auch vom Isocortex.
Morbus Alzheimer
Morbus Alzheimer, Alzheimer-Krankheit/Morbus Alzheimer/Alzheimer's desease
Die Alzheimer-Krankheit ist eine progressive neurodegenerative Erkrankung, gekennzeichnet durch kortikale Atrophie, Nervenzellverlust, Synapsenschwund sowie Ablagerungen von Amyloid-Plaques und neurofibrillären Bündeln, was zu Demenz und Funktionsverlust führt. Frühe Symptome sind Gedächtnisprobleme, Sprachstörungen, exekutive Defizite, depressive Verstimmungen und subtile Persönlichkeitsveränderungen. Im Verlauf treten globale kognitive Einbußen, Aphasie, Agnosie, Apraxie sowie Verhaltensauffälligkeiten wie Apathie, Unruhe und Schlafstörungen auf. Erstmals beschrieben wurde die Krankheit 1907 von Alois Alzheimer.
Erstveröffentlichung am 23. August 2011
Letzte Aktualisierung am 28. November 2025