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Editorial
Das Gehirn im Werden

Das Gehirn im Werden

Wie wir werden, wer wir sind.
Von Anfang an.

Nun ist es also geschehen: Zwei Menschen unterschiedlichen Geschlechts haben – gewünscht, geplant, versehentlich – durch eine vergleichsweise kurze Zeit gemeinsamen Vergnügens einen Prozess in Gang gesetzt, der nach circa 280 Tagen der Schwangerschaft in einem Wunder endet. Ein Wunder, das sie die kommenden achtzehn und mehr Jahre vor Langweile bewahrt, indem es sie regelmäßig in Entsetzen und Entzücken versetzt.

In diesem Thema geht es um die Ontogenese sowohl des Wunders als auch des Entsetzens und Entzückens. Denn nichts bringt uns so an unsere Grenzen wie das eigene Kind. Und nichts kann uns auf Dauer ähnlich glücklich machen. Wir sprechen also über die Zeit innerhalb des Bauches, die auch heute noch unterschätzt wird. Und wir sprechen über die Jahre danach – in denen man viel richtigmachen kann und so manches falsch. Und wir sprechen über den Druck, den sich Eltern genau aus diesem Grund machen. Wir sprechen über unterschätzte Säuglinge und wichtige Entwicklungsschritte.

Doch als erstes liefert unsere ausgewiesene Expertin Nora Schultz (sie ist Mutter dreier Kinder) eine erste Bedienungsanleitung.    

 

P.S.
An dieser Stelle können wir uns einen Ausschnitt aus Harry Mulischs "Die Entdeckung des Himmels" unmöglich verkneifen:  

Anna hat Onno gerade mitgeteilt, dass sie schwanger ist. Es geht um die Frage, wie groß das Kind jetzt sei.
Anna: "So ähnlich wie eine Blase Froschlaich, denke ich. Wie du in dem Alter."
Onno: "Mäßige dich! Ich und eine Blase Froschlaich – du bist wohl verrückt. Ich bin spontan der Fontanelle meiner Mutter entsprungen, in vollem Ornat, mit Schild und Speer, mein Vater wurde ohnmächtig beim Anblick, die Planeten purzelten aus ihren Bahnen, und auf allen Wegen des Herren waren wunderbare Zeichen zu sehen."

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