Geld und Gehirn

Image source: Morgan Housel @ unspla.sh

Was passiert in unserem Kopf, wenn es um das liebe Geld geht? Neuroökonomen suchen nach Antworten – und werfen neues Licht auf unser wirtschaftliches Verhalten.

In Zeiten sich jagender Finanzkrisen und milliardenschwerer Rettungspakete dreht sich scheinbar alles um das Eine: Geld. Das erklärt wohl auch, warum eine junge Forschungsdisziplin auf rasant wachsendes Interesse stößt: Die Neurokönomie, die wirtschaftliches Verhalten mit Methoden der Hirnforschung untersucht.

Ein aufwändiges Geschäft, denn meist können die Untersuchungen nicht dort durchgeführt werden, wo Menschen tagtäglich ökonomische Entscheidungen treffen – etwa im Supermarkt oder an der Börse.

Dennoch liefert die kleine Disziplin manche ernüchternde Erkenntnis. Die Quintessenz: Bei finanziellen Angelegenheiten ist es mit Vernunft und rationalen Überlegungen oft nicht weit her. Stattdessen spielen Emotionen wie Angst und Gier die tragende Rolle. Aber auch dies entdeckten die Forscher: Der Wunsch nach Fairness ist offenbar tief im Gehirn verankert. So tief, dass wir um seinetwillen sogar auf den schnöden Mammon verzichten.

Geld und Gehirn – eine irrationale Liaison

Emotionen

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Unter „Emotionen“ verstehen Neurowissenschaftler komplexe Reaktionsmuster, die erfahrungsbezogene, physiologische und verhaltensbezogene Komponenten umfassen. Sie entstehen als Reaktion auf personenrelevante oder bedeutsame Ereignisse und erzeugen eine Handlungsbereitschaft, durch die das Individuum versucht, mit der Situation umzugehen. Emotionen treten typischerweise mit subjektivem Erleben (Gefühl) auf, unterscheiden sich aber von reinem Gefühl durch ein bewusstes oder implizites Engagement mit der Umwelt. Emotionen entstehen u.a. im limbischen System, einem stammesgeschichtlich alten Teil des Gehirns. Der Psychologe Paul Ekman hat sechs kulturübergreifende Basisemotionen definiert, die sich in charakteristischen Gesichtsausdrücken widerspiegeln: Freude, Ärger, Angst, Überraschung, Trauer und Ekel.