Herz

Grafik: MW

Herz und Gehirn bilden ein System.
Die Neurokardiologie untersucht es.
 

Für Aristoteles war das Herz der Sitz der Seele. Kein Wunder, denn – ganz im Gegensatz zum Gehirn – reagiert das Herz spürbar auf intensive Emotionen. Und so schlägt es uns nicht nur bis zum Hals, es kann auch aus Stein sein, rein sein, es lässt sich verschenken, kann dann aber auch brechen und manche denken auch gern damit (die Band „Rammstein“ kennt in „Links 2 3 4“ noch einige Beispiele mehr …). Zwar spielt in all diesen Prozessen das Gehirn die Hauptrolle, doch ersetzen Sie mal die Begriffe – das fühlt sich nicht richtig an.

Auf der anderen Seite spielt das Herz eine wichtige Rolle für das Gehirn. Nicht nur seine unmittelbare Gesundheit hängt daran: Je besser das Herz, desto besser das Gehirn, verstehen Sie das bitte als Aufforderung für Ausdauersport! Auch schlägt Stress direkt durch aufs Gehirn. Bekannteste Krankheit ist vermutlich das Broken-Heart-Syndrom, doch es gibt einige mehr. Selbst auf Zellebene gibt es verblüffende Parallelen, weshalb die neue Richtung der Neurokardiologie Herz und Hirn als System betrachtet – und zum Beispiel in Göttingen am Exzellenzcluster Multiscale Bioimaging auf allen Ebenen untersucht. 

In diesem Thema werfen wir einen Blick über die Schulter der Neurokardiologen – einen guten Überblick finden Sie im Artikel ▸ Mehr als nur eine Pumpe von Nora Schultz.
 

Emotionen

Emotionen/-/emotions

Unter „Emotionen“ verstehen Neurowissenschaftler komplexe Reaktionsmuster, die erfahrungsbezogene, physiologische und verhaltensbezogene Komponenten umfassen. Sie entstehen als Reaktion auf personenrelevante oder bedeutsame Ereignisse und erzeugen eine Handlungsbereitschaft, durch die das Individuum versucht, mit der Situation umzugehen. Emotionen treten typischerweise mit subjektivem Erleben (Gefühl) auf, unterscheiden sich aber von reinem Gefühl durch ein bewusstes oder implizites Engagement mit der Umwelt. Emotionen entstehen u.a. im limbischen System, einem stammesgeschichtlich alten Teil des Gehirns. Der Psychologe Paul Ekman hat sechs kulturübergreifende Basisemotionen definiert, die sich in charakteristischen Gesichtsausdrücken widerspiegeln: Freude, Ärger, Angst, Überraschung, Trauer und Ekel.