Zu große Augen, zu wenig sozial

16.03.2013. Das Gehirn des Neandertalers war möglicherweise besonders darauf ausgerichtet, besser sehen und den Körper kontrollieren zu können. Komplexere Fähigkeiten blieben da wohl auf der Strecke. Diese Vermutungen stellen britische Forscher in einer Studie in den Proceedings B auf. Sie vermaßen die Schädel von 21 Neandertalern und 38 modernen Menschen, die vor mehr als 27.000 Jahren gelebt haben. Das Ergebnis: der Neandertaler verfügte über wesentlich größere Augenhöhlen als der moderne Mensch. Die Forscher schließen daraus, dass er eine größere Netzhaut und letztendlich ein umfangreicheres Hirnareal für visuellen Input gehabt habe. Zudem seien bei ihm die grauen Zellen stärker damit beschäftigt gewesen, seinen vergleichsweise größeren Körper zu kontrollieren. Das sei möglicherweise auf Kosten sozialer Fertigkeiten gegangen. Die Unfähigkeit, größere Gruppen zu bilden, habe es ihm in der Folge erschwert, den harten Umweltbedingungen in Europa zu trotzen. (cw)
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Autor: Dr. Christian Wolf

Veröffentlicht: 14.03.2013

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