Wie Marihuana das Gedächtnis stört

03.03.2012. Die Droge Marihuana, die aus der Hanfpflanze gewonnen wird, sorgt bei ihren Konsumenten nicht nur für Rauschzustände, sondern verschlechtert auch deren Kurzzeitgedächtnis. Ein internationales Forscherteam hat jetzt entdeckt, warum: Die Ursache ist überraschenderweise nicht die Interaktion der Droge mit den Neuronen, sondern mit Astrozyten, den größten Gliazellen im Hirn. Der psychoaktive Wirkstoff von Marihuana, THC, bindet an Rezeptoren im Gehirn, die eigentlich für Neurotransmitter gedacht sind. Diese so genannten CB1-​Rezeptoren sitzen jedoch nicht nur auf Neuronen, sondern auch auf Astrozyten. Die Forscher züchteten nun Mäuse, denen genau diese Rezeptoren fehlten – und stellten fest, dass die Nager nach der Gabe von THC keine Gedächtnisprobleme hatten. „Dies ist der erste direkte Nachweis, dass Astrocyten das Kurzzeitgedächtnis beeinflussen“, sagt Xia Zhang von der University of Ottawa, einer der beteiligten Forscher. Gliazellen machen etwa 90 Prozent der Hirnmasse aus. (tak)
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Autor: dasGehirn.info

Veröffentlicht: 02.03.2012

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