Wie aus Abneigung Verlangen wird

09.02.2013. Unser Hirn muss sich nur im richtigen Zustand befinden, dann kann auch ein mit negativen Erinnerungen verbundener Reiz reizvoll werden. Das berichten amerikanische Forscher in “Current Biology”. Sie konditionierten Ratten darauf, einen bestimmten Hebel mit leckerem Zucker in Verbindung zu bringen, einen anderen mit extrem unangenehmen Kochsalz. Die Tiere lernten den angenehmen Reiz aufzusuchen und den unangenehmen zu meiden. Dann allerdings sorgten die Forscher auf pharmakologischem Weg bei den kleinen Nagern für einen Natriummangel. Trotz misslicher Erinnerungen stürzten sich die Tiere auf das eigentlich eklige Salz. In diesem Moment der „Neubewertung“ waren einige Hirnregionen verstärkt aktiv, unter anderem der Nucleus accumbens. Er ist ein wichtiger Bestandteil des Belohnungszentrums. Den Forschern zufolge könnten die plötzlichen Veränderungen im Gehirn möglicherweise erklären, warum Süchtige trotz der schlimmen Konsequenzen immer wieder zu Drogen greifen. (cw)
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Autor: Dr. Christian Wolf

Veröffentlicht: 08.02.2013

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