Selbstbezogene Kunstkritiker

18.04.2012. Ob wir ein Kunstwerk als ästhetisch empfinden, ist nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern auch der Selbstreflexion. Das folgern US-​Wissenschaftler aus einer aktuellen Studie. Sie baten 16 Personen – mit und ohne Vorbildung – 109 Werke aus verschiedenen Epochen und Kulturkreisen zu betrachten und auf einer Skala von 1 bis 4 zu bewerten, wie sehr sie sich emotional angesprochen fühlten. Dabei sollten sie berücksichtigen, ob ein Gemälde beispielsweise schön, angenehm, hässlich oder kraftvoll wirkte.
Gleichzeitig blickten die Forscher ihnen mit Hilfe der funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) ins Gehirn. Erwartungsgemäß urteilten die Probanden recht unterschiedlich. Doch wann immer ein Werk sie besonders berührte, leuchteten im fMRT Hirnareale, die zum „Default Mode Network“ gehören, zu Deutsch „Bewusstseinsnetzwerk“. Es ist auch aktiv, wenn ein Mensch sich in sich selbst versenkt, etwa beim Tagträumen. Demnach sind ästhetisches Empfinden und Selbstbetrachtung im Denkorgan eng verknüpft. (sr)
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Veröffentlicht: 17.04.2012

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