Ortserinnungen im Konflikt

28.09.2011. Mancher hat es schon erlebt: Man wacht nachts plötzlich auf und weiß kurzzeitig nicht, wo man ist. Diese Unsicherheit könnte einem Widerstreit räumlicher Erinnerungen geschuldet sein, wie ein Team um Edvard Moser von der Norwegischen University of Science and Technology in „Nature“ beschreibt. Die Forscher gewöhnten Ratten an zwei Boxen, die unterschiedlich ausgeleuchtet waren. Dann „teleportierten“ sie die Tiere von einer Box in die andere, indem sie das Licht wechselten. Und beobachteten, welche Zellen im Hippocampus daraufhin feuerten. Dort sitzen Place Cells, die für das Erinnern an Räume zuständig sind. Tatsächlich waren in beiden Boxen jeweils andere Neuronengruppen aktiv. Als die Tiere sich jedoch plötzlich im „anderen“ Raum wiederfanden, feuerten kurze Zeit beide Zellverbünde. „Das Gehirn mischt niemals Orte und Erinnerungen, auch wenn es so scheint“, so May-​Britt Moser. Statt dessen schalte es zwischen Erinnerungen hin und her, bis eine die Überhand gewinne. (tak)
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Autor: dasGehirn.info

Veröffentlicht: 29.09.2011

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