„Neue“ Neurone mildern Übergewicht

28.11.2011. Forscher der Harvard University haben unreife Nervenzellen aus Mäuseföten ins Gehirn erwachsener Tiere transplantiert – und damit einen defekten neuronalen Schaltkreis repariert. Den genetisch manipulierten Empfänger-​Mäusen fehlte der Rezeptor für Leptin, ein Hormon, das im Hypothalamus Stoffwechsel und Nahrungsaufnahme reguliert. Deshalb sind solche Knock-​out-​Mäuse krankhaft übergewichtig. Wie die Wissenschaftler unter dem Mikroskop sahen, wuchsen die transplantierten Vorläuferzellen zu hypothalamischen Neuronen heran und verbanden sich über Synapsen mit vorhandenen Nervenzellen. Weitere Tests zeigten dann, dass die „neuen“ Zellen auf Leptin reagieren, das Signal auch weitergeben und so einen komplexen neuronalen Schaltkreis funktional wiederherstellen können. Obwohl die fettleibigen Mäuse deutlich abnahmen, ist eine neue Behandlungsmethode gegen Übergewicht beim Menschen nicht die Absicht der Forscher. Sie hoffen vielmehr, dass ihre Experimente helfen, Zelltherapien für Krankheiten wie Parkinson zu entwickeln. (bo)
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Autor: Ulrich Kraft

Veröffentlicht: 28.11.2011

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