Narkosemittel schützt Hirnzellen

22.08.2012. Hirnblutungen, Schlaganfall und Kopfverletzungen: Stirbt Nervengewebe ab, so sind auch angrenzende Bereiche gefährdet. Elektrische Entladungswellen, die am Rand des abgestorbenen Gewebes entstehen, breiten sich über das Gehirn aus und ziehen weitere Neuronen in den Untergang. Hilfe für Patienten erhofft sich nun ein internationales Forscherteam vom Narkosemittel Ketamin. In Tierversuchen konnte die Substanz die schädlichen Entladungswellen vermindern – ebenso beim Menschen. 15 Tage lang erfassten die Wissenschaftler Hirnströme von insgesamt 115 Patienten, die nach Schädel-​Hirntrauma, Hirnblutungen oder ischämischem Schlaganfall operiert und anschließend in ein künstliches Koma versetzt wurden. Dabei kamen sechs verschiedene Narkosemittel zum Einsatz. Im Gehirn von Betroffenen, die Ketamin erhalten hatten, waren die Entladungswellen um 60 Prozent reduziert. Weitere Auswertungen der Daten müssen nun zeigen, ob dies auch die Heilungschancen verbessert. (sr)
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Autor: dasGehirn.info

Veröffentlicht: 21.08.2012

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