Kindheitstraumata und Selbstmordrisiko

04.07.2012. Menschen, die in ihrer Kindheit Missbrauch, Vernachlässigung oder Misshandlung durchleben mussten, haben als Erwachsene ein erhöhtes Selbstmordrisiko. Grund könnte eine Veränderung ihres genetischen Programms sein. Forscher aus Quebec, Kanada, hatten Gehirngewebe von Selbstmördern untersucht und festgestellt, dass Personen mit traumatischen Kindheitserlebnissen häufig mehr Methylgruppen am Gen für den Glucocorticoid-​Rezeptor trugen. Dabei handelt es sich um so genannte epigenetische Modifikationen: Je mehr sich davon an einem Gen befinden, umso seltener wird es abgelesen und umso weniger des darin verschlüsselten Proteins entsteht. Der Glucocorticoid-​Rezeptor ist die Andockstelle des Stresshormons Cortisol im Gehirn und eine Schlüsselstelle bei der Kontrolle der Stressreaktion. Vermutlich zieht die Stresssituation in der Kindheit ein verändertes Methylierungsmuster nach sich und damit eine dauerhaft veränderte Stressreaktion. (sr)
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Autor: dasGehirn.info

Veröffentlicht: 03.07.2012

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