Kausalität im Auge des Betrachters

12.01.2013. Die Hand stößt ans Glas, es fällt um. Für uns ist sofort klar: Die Hand hat dies bewirkt. Einen solchen ursächlichen Zusammenhang kann unser visuelles System auch ohne höhere geistige Prozesse „begreifen“. Das legt zumindest eine Studie in “Current Biology” nahe. Auf einem Bildschirm sahen Probanden, wie eine Scheibe mit einer anderen kollidiert, woraufhin sich diese in Bewegung setzte. Sie sollten entscheiden, ob die Kollision die Ursache für die Bewegung der zweiten Scheibe war. Nach wiederholtem Betrachten sahen die Probanden seltener einen ursächlichen Zusammenhang. Ein solcher Gewöhnungseffekt ist typisch für unser visuelles System und nicht für unser kognitives: Etwa nach dem längeren Betrachten eines roten Lichts auf einer weißen Wand, ein grünes Nachbild zu sehen. Außerdem bewegte sich der Gewöhnungseffekt quasi mit, wenn sich die Augen der Probanden bewegten, — ähnlich wie sich ein Farbnachbild mit den Augenbewegungen verschiebt. (cw)
Zur Studie

Autor: Christian Wolf

Veröffentlicht: 11.01.2013

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