Fehlendes Protein, besseres Gedächtnis

10.12.2011. Mäuse lernen besser, wenn in ihrem Gehirn ein Eiweiß namens Proteinkinase R ausfällt, berichten US-​amerikanische Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „Cell“. Schalteten die Forscher das Protein bei Versuchsmäusen mit Hilfe von Gentechnik oder einer chemischen Substanz aus, konnten sich die Tiere schneller den Weg durch ein Labyrinth merken und sich hinterher besser daran erinnern als ihre Artgenossen. Proteinkinase R, kurz PKR, wird im Körper eigentlich bei einer Virusinfektion aktiv – im Gehirn aber ist es den Forschern zufolge für die Feinregulierung von Nervennetzwerken verantwortlich. Bei den manipulierten Mäusen, denen das Eiweiß fehlt, fanden die Wissenschaftler eine spontane Überaktivität der Neuronen, ähnlich einem epileptischen Anfall, aber ohne die dabei auftretenden Krämpfe. Bei Alzheimer-​Patienten ist Proteinkinase R aktiver als bei Gesunden, daher „könnten Medikamente, die PKR angreifen, Menschen mit Gedächtnisstörungen nützen“, mutmaßen die Forscher. (bo)

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Autor: dasGehirn.info

Veröffentlicht: 08.12.2011

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