Ablenkung verringert Schmerzleitung

26.05.2012. Sind Menschen abgelenkt, empfinden sie Schmerzen als weniger intensiv. Forscher des Universitätsklinikums Hamburg Eppendorf haben nun nachgewiesen, dass dieser Effekt schon im Rückenmark einsetzt. Die Wissenschaftler ließen Probanden Erinnerungsaufgaben lösen und fügten ihnen dabei Hitze am Arm zu. Wie zu erwarten war, empfanden die Teilnehmer bei schwierigeren Aufgaben weniger Schmerzen. Aufnahmen im funktionellen Magnetresonanztomographen zeigten gleichzeitig eine deutlich geringere Aktivierung des Rückenmarks durch die Schmerzreize. In einem zweiten Test blockierten die Ärzte die Rezeptoren für körpereigene Opioide bei den Teilnehmern. Der positive Effekt der Ablenkung ließ um 40 Prozent nach. Die Forscher folgern daraus, dass Opioide bei der Unterdrückung der Schmerzweiterleitung eine zentrale Rolle spielen. Ablenkung wirke also nicht nur psychologisch, sondern auch physiologisch gegen Schmerzen, berichten sie im Fachblatt „Current Biology“. (tak)
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Autor: dasGehirn.info

Veröffentlicht: 25.05.2012

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